Baden

Badenerin gründete Schule in Kenia – 200 Kinder werden unterrichtet

In diesen Gebäuden werden 200 Kinder unterrichtet.ZVG

In diesen Gebäuden werden 200 Kinder unterrichtet.ZVG

Nadja Kaufmann und ihre Badener Freunde leisten Entwicklungshilfe. Vom Millenniumsziel der Vereinten Nationen sei Kenia noch meilenweit entfernt: Bis 2015 soll nämlich jedes Kind auf der Erde eine Primarschule abschliessen.

Im Januar hat die Badenerin Nadja Kaufmann zusammen mit einem befreundeten Kenianer in Mombasa eine Schule gegründet. Dort werden nun täglich 200 Kinder unterrichtet.

Unterstützt werden die beiden von Freunden aus der Region Baden, die in den letzten Jahren bereits Freiwilligeneinsätze in Schulen Ostafrikas geleistet haben. «Wir alle sind in unseren Leben viel gereist, auch nach Kenia, wo teilweise prekäre Lebensbedingungen herrschen», sagt Politikwissenschaftler Aaron Egolf (27), der als Mediensprecher des Vereins «Forever Kids Kenya» amtet.

«Es handelt sich um ein langfristiges Projekt. Wir wollen jeden Tag bessere Unterrichts-Bedingungen schaffen, aber es wartet noch viel Arbeit auf uns.» In den ersten Wochen floss alles Geld in die Miete des Gebäudes und die Löhne der einheimischen Lehrer. «Derzeit versuchen wir, mehr Schulbücher, Tische und Schulbänke zu beschaffen.»

Ehrenamtliche Arbeit

Zehn Lehrer arbeiten für das «Precious Vision Care Center», wie die Schule heisst. Die 200 Kinder werden Montag bis Freitag in sechs Primarschulklassen, drei Kindergartenklassen und einer Baby-Klasse unterrichtet. In der Schweiz würde die Schule wohl Tagesschule genannt – auch ein Koch ist angestellt, die Kinder werden während des ganzen Tages beschäftigt.

Finanziert wird die Schule mit Spendengeldern. Rund 2000 Franken kostet der Betrieb derzeit pro Monat. «Momentan unterstützen uns vor allem noch Freunde und Bekannte», erklärt Egolf. Die Gruppe organisiere zugunsten der Schule in der Freizeit Partys und verkaufe Waren an Flohmärkten.

Oft höre er die Frage, wie viel Prozent des Spendengeldes vor Ort eingesetzt werde, beziehungsweise wie viele Franken die Administrationsarbeit verschlinge. «Wir haben es zum Grundsatz erklärt, dass jeder gespendete Rappen in die Schule fliesst, also für die Löhne der Lehrer oder für die Infrastruktur ausgegeben wird. Wir bezahlen jede Briefmarke, jedes Couvert und jeden Flug aus der eigenen Tasche und arbeiten ehrenamtlich.»

Dank des Tourismus zähle Kenia zwar nicht zu den ärmsten Ländern des Kontinents, doch das Leben in den Slums Mombasas sei beschwerlich, erzählt Egolf weiter. Vom Millenniumsziel der Vereinten Nationen – bis ins Jahr 2015 soll jedes Kind auf der Erde eine Primarschule abschliessen – sei Kenia noch meilenweit entfernt. «Eine Million Kinder dieses Landes sassen noch nie in einem Schulzimmer und können weder lesen noch schreiben.»

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