Badeort Limmat

Badener Stadtrat lässt den Traum von einer Flussbadi platzen – das sind die Gründe

Ein Junge springt in den Nebenarm der Limmat beim Kappisee.

Ein Junge springt in den Nebenarm der Limmat beim Kappisee.

Eine Online-Petition fordert bessere Bademöglichkeiten in der Limmat – wohl vergeblich. Der Stadtrat lehnt einen ähnlichen politischen Vorstoss ab. Der wichtigste Grund sind Sicherheitsbedenken, sagt Stadtammann Markus Schneider.

Rund 2300 Personen unterstützen schon die Online-Petition "FlussBaden". Die Initianten fordern mehr Bademöglichkeiten in der Limmat in Baden, sprich mehr Ein- und Ausstiege entlang von Abschnitten, in denen man sich im Wasser treiben lassen kann, aber auch etwa Badeplätze mit Holzstegen oder Grünflächen entlang der Limmat. Über 1000 der Unterstützer wohnen selbst in der Stadt.  

Hinter der Petition steht ein 22-köpfiges Komitee. «Wir hoffen, dass die Stadt Baden das Bedürfnis des Flussbadens anerkennt sowie einfache und konkrete Projekte umsetzt», sagte der SP-Einwohnerrat Alex Berger. Die Petition sollte nach Ablauf von zwei Monaten an den Stadtrat übergeben werden mit der Aufforderung um eine Stellungnahme.

Bevölkerung hat Limmat als Badeort wiederentdeckt

Doch schon jetzt hat sich die Badener Regierung zum Thema geäussert. Wenn auch in einer anderen Sache – mit der Antwort auf das dringliche Postulat «Limmatbad – Baden ist Flussbadi» desselben Alex Berger und von Iva Marelli (Team) vom April 2017. Seit der Eröffnung des Kappisees habe die Bevölkerung die Limmat als Badeort wiederentdeckt. «Doch sind die offiziellen und auch inoffiziellen Bademöglichkeiten beschränkt und es fehlt eine sinnvolle und sichere Bademöglichkeit auf dem Stadtgebiet», bemängelten sie.

Zwar bestehe auf der Nussbaumer Seite eine Möglichkeit für ein Bad in der Limmat, doch der Steg und die dortigen Hänge seien bei schönem Wetter überlaufen. Berger und Marelli forderten deshalb die Prüfung eines einfacheren Ein- und Ausstiegs in die Limmat, besonders ab Mättelipark in Richtung Kappisee im Rahmen der Umgestaltung des Mätteliparks, der neben dem Thermalbad liegt. Von dort bis zum Inseli, dem letzten Ausstiegsort, beträgt die Strecke 1,3 Kilometer.

«Man darf in der Limmat baden, aber auf eigenes Risiko»

In seiner Antwort lässt der Stadtrat den Traum von einer Badener Flussbadi platzen. Er verweist auf die abschlägige Antwort auf ein Postulat von 2011, in dem schon die damalige SP-Einwohnerrätin Andrea Arezina ein «Limmatbad» gefordert hatte. Es gebe keinen Standort für eine Badeanlage, hiess es damals. «Die Situation und die Rahmenbedingungen haben sich nicht verändert», schreibt der Stadtrat nun.

Stadtammann Markus Schneider nennt mehrere Argumente, so die teilweise stärkere Strömung, die für schlechte oder ortsunkundige Schwimmer eine Gefahr darstelle, gerade vor dem Kraftwerk Kappelerhof. «Der Sicherheitsaspekt ist der Hauptpunkt», sagt er. «Man darf in der Limmat baden, aber auf eigenes Risiko», hält er fest. «Die Eigenverantwortung ist wichtig und muss bei den Leuten bleiben», sagt er. «Die Stadt will das Baden deshalb nicht bewerben.»

Bestehende Möglichkeiten zum Baden 

Nach wie vor gültig sei der Masterplan Limmat, der im fraglichen Abschnitt ab Mättelipark der Natur den Vorrang gibt. Schneider verweist weiter darauf, dass es auf beiden Seiten des Flusses im innerstädtischen Bereich mehrere Möglichkeiten gibt, um in die Limmat zu steigen respektive sie wieder zu verlassen. Die erste Gelegenheit befinde sich Ende Mättelipark. Beim Grillplatz, der ungefähr in der Mitte des Abschnitts liegt, seien Steine vorhanden, die das Aussteigen erleichtern.

Weiter flussabwärts sei ein weiterer Ausstieg bei einem bereits gemauerten Steg gut möglich. Die letzte Ausstiegsmöglichkeit befinde sich bei der Kappisee-Insel. Auch auf der Seite Obersiggenthal seien mehrere Ausstiegsstellen vorhanden, insbesondere vor und nach der Sonnenplattform und direkt vor dem Stauwehr.

Von weiteren Massnahmen sieht der Stadtrat deshalb ab. Stattdessen schlägt er dem Einwohnerrat deshalb vor, das Postulat abzuschreiben. 

Surfer auf der Limmat in Baden:

Surfer auf der Limmat in Baden

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