Gstühl-Kreuzung

Badener Pannen-Blitzer: Temposünder dürfen sich nicht zu früh freuen – wer das Rotlicht überfährt, schon gar nicht

Blitzer-Blamage: Der erste fixe Radarkasten im Aargau funktioniert nicht richtig

«Blitzer-Blamage»: So berichtete Tele M1 über den Badener Blitzer.

Ein Teil der Temposünder auf der Badener Gstühl-Kreuzung kommt ungeschoren davon – weil der im Juli in Betrieb genommene Blitzer nicht wie gewünscht funktioniert. Zeitweise steht dort nun eine mobile Radaranlage.

Schon seit über drei Monaten ist der Blechpolizist auf der Badener Gstühl-Kreuzung in Betrieb. Doch offenbar funktioniert er nicht, wie er sollte. «Die technische Verkehrsüberwachungsanlage ist nicht richtig angelegt und weist daher eine technische Unzulänglichkeit auf», bestätigt Martin Brönnimann, der Chef der Stadtpolizei Baden, einen Bericht von «20 Minuten».

Die Zeitung folgerte daraus, der Blitzer sei «unbrauchbar». Allerdings: Der Blechpolizist blitzt Fahrzeuglenker, die auf der Bruggerstrasse ein Rotlicht der Kreuzung überfahren, ebenso wie Temposünder, die in Richtung Brugg schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer unterwegs sind. Dagegen kann die Stadtpolizei jene Temposünder nicht büssen, die zu schnell in Richtung Zürich/Bern über die Kreuzung fahren. Das Problem: Die Bilder des Blechpolizisten werden, so Brönnimann, «nicht gerichtsverwertbar aufgezeichnet». Die Geschwindigkeitsüberwachung an sich würde schon funktionieren.

«Für uns steht aber die Verkehrssicherheit im Vordergrund»

Im Testbetrieb habe die Anlage noch problemlos funktioniert. «Bei der Inbetriebnahme war das aber nicht mehr der Fall. Für Geschwindigkeitsübertretungen in Richtung Zürich/Bern haben wir niemanden gebüsst», räumt Brönnimann ein. Ungeniert aufs Gas drücken können Autofahrer in besagte Richtung zurzeit aber keineswegs. Denn rund 50 Meter von der Gstühl-Kreuzung entfernt, steht seit zirka einer Woche eine mobile Radaranlage der Stadtpolizei Baden. Sie blitzt Temposünder. Der Messpunkt befindet sich rund 50 Meter vom Rotlicht der Kreuzung entfernt. «In der Regel bleibt die semistationäre Anlage zehn Tage am selben Ort stehen», sagt Brönnimann.

Im September stand diese Anlage auch schon zwischenzeitlich dort. Das heisst: Bringt sie die Stadtpolizei an einen neuen Standort, heisst das noch nicht, dass der Gstühl-Blitzer einwandfrei funktioniert. Der Chef der Stadtpolizei geht denn auch nicht davon aus, dass der Defekt schon in den nächsten Tagen behoben sein wird. «Für uns steht aber die Verkehrssicherheit im Vordergrund.» Der Lieferant muss nachbessern. Es handelt sich um eine Garantiearbeit, für welche der Stadt Baden keine Kosten anfallen. Sie hat rund 300'000 Franken in den Blitzer investiert.

Kritik an der Stadt Baden: «Das alles ist ein Murks»

Das technische Problem des Blitzers ist neue Nahrung für die Kritiker. «Wir sind irritiert, dass ein neuer Blitzer kurz nach der Anschaffung nicht mehr richtig funktioniert», sagt Stefan Huwyler. Der Präsident der Aargauischen Verkehrskonferenz (AVK), ein Zusammenschluss von TCS, ACS und anderen Verbänden, kritisiert: «Das alles ist ein Murks, politisch wie in der technischen Umsetzung. Die finanziellen Motive sind offensichtlich.» Die Inbetriebnahme musste sich die Stadt vor dem Verwaltungsgericht gegen die Aargauer Regierung erstreiten. Die AVK fordert nach wie vor ein Verbot von stationären Blechpolizisten.

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