WEF in Davos

Badener Kantischüler am WEF: Monotone Podien sorgten für Diskussionen

Die Badener Kantischüler trafen am WEF auf Benoît Revaz (3. v. l.), Direktor des Bundesamts für Energie.

Die Badener Kantischüler trafen am WEF auf Benoît Revaz (3. v. l.), Direktor des Bundesamts für Energie.

Badener Kantischüler reisten ans World Economic Forum nach Davos und trafen auf spannende Persönlichkeiten.

Rund 80 Schüler der Kantonsschule Baden hatten an diesem Jahr die Chance, das World Economic Forum (WEF) in Davos hautnah mitzuerleben. Am ersten Tag der dreitägigen Exkursion besuchten wir die Schweizerische Nationalbank in Zürich. Dort durften wir zwei fesselnde Präsentationen über die Schweizer Geldpolitik und die Anlagepolitik der SNB erleben. Am nächsten Tag ging es dann nach Davos, wo wir drei Diskussionen am sogenannten «Open Forum» besuchten.

Dort treffen jeweils Künstler, Aktivisten, Regierungsbeamte oder Unternehmer aufeinander, die ihre persönliche Geschichte und Meinung zu einem aktuellen Thema äussern. Nach einem Expertengespräch kann das Publikum mit eigenen Fragen an der Diskussion teilnehmen. Im Laufe des Tages hörten wir unter anderem die 13-jährige Aktivistin Naomi Wadler und Rapper «will.i.am» sprechen. Beide US-Amerikaner setzen sich für die Verschärfung der Waffengesetze in Amerika ein.

Das WEF legt eine klare Mission des «Open Forum» dar, die besagt, dass es «den Dialog fördern und das Bewusstsein für kritische Themen stärken soll, indem es eine Plattform bietet, auf der Ideen, Gedanken und Fragen in einem offenen Umfeld zum Ausdruck gebracht und angegangen werden können.»

WEF-Managing Director: «Demos sind wichtig»

Bei der Nachbesprechung der «Open Foren», die wir Schülerinnen und Schüler mit den Lehrpersonen führten, kamen interessante Eindrücke zum Vorschein. Von manchen wurde gesagt, dass die Personen, die zusammen auf dem Podium sassen, die gleichen Standpunkte vertraten. Daher entstanden wenig kontroverse Diskussionen.

Wie soll der Dialog gefördert werden, wenn es keine Meinungsverschiedenheiten gibt? Doch genau dies führte zu angeregten Gesprächen zwischen uns Schülerinnen und Schülern. Nach den Foren sprudelten die Gedanken, die wir während des Zuhörens nicht aussprechen konnten, aus uns heraus. Nach den «Monologen» entstanden also doch spannende Dialoge.

Der letzte Tag begann mit einer aufschlussreichen Diskussion mit dem Direktor des Bundesamts für Energie, Benoît Revaz. Er erklärte uns die Energiestrategie 2050 und dass für eine bessere Umwelt dringlich Massnahmen in den Sektoren der Mobilität, des Gebäudebaus und der Industrie ergriffen werden müssen. Das verabschiedete Ziel «Netto-Null-CO2-Emissionen bis 2050» sei eine grosse Herausforderung. Um dieses zu erreichen, sei der Einsatz von allen notwendig.

Auch Alois Zwinggi, der Managing Director des WEFs, nahm sich die Zeit, um uns die Gründung und Entwicklung des Weltwirtschaftsforums nahezubringen. Dabei erwähnte er auch die Ziele des Forums. Dank diesen Informationen konnten wir uns eine eigene Meinung zu den Möglichkeiten und Grenzen des WEFs bilden. Zwinggi wurde nach seiner Einleitung von Fragen bombardiert. Die meisten sprachen die am diesjährigen WEF lancierte Aktion an, 1000 Milliarden Bäume zu pflanzen.

Dabei äusserte er seine Ansicht zu den Anti-WEF-Demos: «Es ist wichtig, dass sie erlaubt sind, um die freie Meinungsäusserung zu gewährleisten.» Zuletzt beantwortete er die Frage, wieso die Diskussionen in den «Open Foren» zu wenig kontrovers seien. Er glaubt, dass die Personen mehr auf ihre Aussagen achten, seitdem die Diskussionen live übertragen werden.

Die indonesische Aktivistin Melati Wijsen beeindruckte

Die Reise endete mit dem «Open Forum» mit dem Thema «Wegwerfgesellschaft». Mit dabei war die Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan. Sie sagte mit Überzeugung, dass die Lösung nicht nur im Verzichten liege, sondern dass eine Revision des Systems das eigentlich Richtige sei. Eindrücklich war das Engagement der 19-jährigen Aktivistin Melati Wijsen.

Seit sie zwölf Jahre alt ist, kämpft sie für ein Verbot von Plastiksäcken und erreichte vergangenes Jahr, dass diese in Indonesien verboten wurden. Solche Beispiele geben Hoffnung, dass wir junge Menschen etwas verändern können und Lösungsansätze auf die herausfordernden, globalen Probleme haben.

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