Badener Bäderquartier
Bronzene Frauenskulpturen zurück im Mättelipark – neben dem neuen Thermalbad Fortyseven

Neu ziehen vier Kunstwerke die Blicke im Badener Bäderquartier auf sich – die Parkwiese soll im Frühling angesät werden.

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Nach einer Bau-Pause kehren drei bronzene Frauenskulpturen wieder zurück in den Mättelipark im Bäderquartier von Baden. Eine vierte kommt dazu. Im Bild: «die Kauernde oder die Badende» von Eduard Spörri

Nach einer Bau-Pause kehren drei bronzene Frauenskulpturen wieder zurück in den Mättelipark im Bäderquartier von Baden. Eine vierte kommt dazu. Im Bild: «die Kauernde oder die Badende» von Eduard Spörri

zvg

Drei bronzene Frauenskulpturen mussten für die Bauarbeiten in den Bädern weichen. Am Donnerstag wurden sie wieder aufgestellt – und das an neuen Standorten im Mättelipark, der sich im Bäderquartier neben dem neuen Thermalbad Fortyseven befindet.

Zudem sind die drei Kunstwerke um eine vierte, thematisch passende Skulptur ergänzt worden die ursprünglich im Kurpark stand, wie die Stadt Baden in einer Mitteilung von gestern schrieb.

Mättelipark wird nach Badenfahrt 2023 bepflanzt

Die Neuplatzierung sei – wenn auch bei unfreundlicher Witterung – reibungslos erfolgt. Die Wiese soll im kommenden Frühling angesät werden. Die definitive Bepflanzung des Mätteliparks werde voraussichtlich nach der Badenfahrt 2023 umgesetzt.

Stadtammann Markus Schneider freute sich über die Rückkehr der Bronzefiguren. «Nebst der erfolgreich in Betrieb genommen Therme Fortyseven und der neuen Gestaltung des öffentlichen Raums mit der Reaktivierung des Heissen Steins und neu gefassten Limmatquelle trägt nun ein weiteres Element zum neuen Glanz des Bäderquartiers bei», lässt er sich in der Mitteilung zitieren. Und weiter:

«Ich finde, die Neuplatzierung der Kunstobjekte bereichert den Mättelipark und die Sockel laden zum gemütlichen Verweilen ein.»

Die Bronzefiguren wurden alle zwischen 1935 und 1952 geschaffen und zeugen vom damaligen Zeitgeist, teilt die Stadt weiter mit. Die Skulptur «Kämmendes Mädchen» wurde von Hermann Hubacher (1952) erschaffen, die «Sinnende» (sitzend) von Walter Huser (1952), «die Kauernde oder die Badende» von Eduard Spörri (1947) und die «Sinnende» (stehend) von André D. Martin (1935).

Skulpturen verkörpern kontemplative Erotik

Die in sich ruhenden, sinnenden oder badenden Frauenkörper würden die Weiblichkeit versinnbildlichen und eine kontemplative Erotik verkörpern. Alle Figuren haben je ein Attribut (Tuch, Kamm, Waschlappen), das die Dargestellte mit der Tätigkeit des Badens in Verbindung bringt. Die Darstellung von Frauenakten war bis Anfang 1900, in Anlehnung an die Gottheit Venus, nur als «Frau dem Bade entsteigend» als Thema in der bildenden Kunst denkbar. Ab 1900 begannen Künstler, mit dem Motiv freier umzugehen.

Hier besser erkennbar: «die Kauernde oder die Badende» von Eduard Spörri.

Hier besser erkennbar: «die Kauernde oder die Badende» von Eduard Spörri.

zvg

Noch 1930 waren nackte Skulpturen öffentlich umstritten. Ohne den Kontext des Badens wurden solche Darstellungen als anstössig empfunden. «Wer einen Frauenakt besass, stellte diesen nicht in die Stube, sondern an einen Brunnen oder zum Schwimmbad im Garten», heisst es. In diesem Kontext habe die Umgebung der Bäder als Anlass gedient, die Akte öffentlich zu zeigen. (az)

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