Baden
Elektroauto-Ladestationen: Stadt will mehr davon und übernimmt einen Viertel der Kosten

Wer eine E-Tanksäule bauen lässt, wird neu von der Stadt Baden unterstützt. Allerdings muss gewisse Voraussetzungen erfüllen, wer vom Förderprogramm profitieren will.

Pirmin Kramer
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Im Badener Parkhaus Gartenstrasse befinden sich Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Die Stadt erhofft sich durch Förderbeiträge einen Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Im Badener Parkhaus Gartenstrasse befinden sich Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Die Stadt erhofft sich durch Förderbeiträge einen Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Alex Spichale

Baden hat in den vergangenen zwei Jahren diverse Entscheide gefällt, die den Klimaschutz fördern sollen. So wird bereits seit einem Jahr finanziell unterstützt, wer fossile Heizungen durch Fernwärme und Wärmepumpen ersetzt, oder wer eine Fotovoltaikanlage installiert.

Per Anfang Jahr ist das Energieförderprogramm erweitert worden: Beiträge gibt es nun auch im Zusammenhang mit Elektromobilität.

25 Prozent der Investitionskosten werden übernommen

Die Stadt übernimmt neu 25 Prozent der Investitionskosten für Elektroauto-Ladestationen sowie für die Erschliessung der Ladeinfrastruktur. Voraussetzung: Es handelt sich um Mehrfamilienhäuser ab drei Einheiten. Auch gemeinsam erschlossene Garagen von einzelnen Wohneinheiten werden berücksichtigt. Die Stadt schreibt in einer Mitteilung:

«Die Elektromobilität wird immer wichtiger, und jeder Fahrzeughersteller hat bereits eines oder mehrere Modelle im Angebot.»

Die notwendige Ladeinfrastruktur am Wohnort könne bei dieser Entwicklung aber kaum mithalten. «Insbesondere bei bestehenden Mehrfamilienhäusern mit Mietenden und Stockwerkeigentümerschaften fehlt oft die elektrische Infrastruktur, damit mehrere Ladestationen installiert werden können.»

Die Grundlage für das Förderprogramm bildet das Energiereglement, das im Oktober 2020 durch den Einwohnerrat genehmigt wurde. Die Finanzierung wird über einen Zuschlag auf die Gebühr für die Nutzung des Badener Elektrizitätsnetzes sichergestellt.

Baden baut ein Fernkältenetz auf

Hierfür bezahlen alle Stromverbraucherinnen und -verbraucher seit Anfang 2021 zusätzlich 0,25 Rappen pro Kilowattstunde bis zu einem Jahresverbrauch von 50'000 Kilowattstunden. Für jede zusätzliche Kilowattstunde gilt ein tieferer Betrag von 0,15 Rappen pro Kilowattstunde. «Bei ansteigendem Bedarf an Fördermitteln können die Zuschläge zukünftig erhöht werden», schreibt die Stadt Baden.

Punkto Energie steht in Baden eine weitere Neuerung bevor: Die Regionalwerke AG wollen ein sogenanntes Fernkältenetz aufbauen.

Während das Fernwärmenetz aus Leitungen besteht, die mit warmem Wasser gespeist werden, um Räume heizen zu können, wird das Fernkältenetz der Kühlung von Räumen dienen. Christian Vogler, Koordinator Energie bei der Stadt Baden, erklärt:

«Wir gehen davon aus, dass der Bedarf nach Kühlung von Räumlichkeiten steigen wird. Dies wegen der steigenden Temperaturen aufgrund des Klimawandels.»

Erste Anschlüsse an das Fernkältenetz werden voraussichtlich Ende 2022 in Baden Nord und entlang der Ausbauachse Richtung Innenstadt verfügbar sein. Für das Fernkältenetz werden in den kommenden Monaten und Jahren neue Leitungen verlegt werden, erklärt Vogler.

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