Baden
Projekt Schadenmühle wird um 5,3 Millionen teurer – doch die Stadt Baden bezahlt sogar weniger

Ein Viertel mehr, insgesamt 26 Millionen Franken, soll die Umgestaltung der Mellingerstrasse in Baden neu kosten. Die Gründe sind Verzögerungen, Einwendungen und ein Engpass bei den SBB.

Zara Zatti
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Start eines teuren Projekts: Der Spatenstich der Sanierung Ende September auf dem Schadenmühleplatz.

Start eines teuren Projekts: Der Spatenstich der Sanierung Ende September auf dem Schadenmühleplatz.

Sandra Ardizzone

Vor knapp zwei Wochen wurde das Projekt Schadenmühle mit einem Spatenstich feierlich gestartet. Kantonsingenieur Rolf H. Meier und der zuständige Stadtrat Philippe Ramseier (FDP) beteuerten beide ihre Freude, dass die Sanierung nach einer langen Planungszeit nun endlich startet.

Doch nach dem Feiern folgt nun die Hiobsbotschaft: Das Projekt wird um 5,3 Millionen teurer als geplant, die Gesamtkosten steigen somit auf 26 Millionen Franken. Diesen Zusatzkredit beantragt der Aargauer Regierungsrat nun dem Kantonsparlament, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.

Die höheren Kosten waren den Beteiligten schon beim Spatenstich bekannt. Allerdings konnte es da noch nicht kommuniziert werden, weil der Regierungsratsbeschluss noch ausstand, sagt Kantonsingenieur Meier.

Das Projekt Schadenmühle beinhaltet die Sanierung und Umgestaltung der Mellingerstrasse im Abschnitt vom Schadenmühleplatz bis zur Einmündung der Oberstadtstrasse sowie den Ersatz der Bahnbrücke, einen neuen Velosteg und den Kreisel Burghalde.

Den SBB fehlt es an Hilfsbrücken – das macht das Projekt teurer

Die Mehrkosten von 5,3 Millionen setzten sich zusammen aus zusätzlichen 1,8 Millionen für die Planung, 3 Millionen für höhere Baukosten und einer halben Million für die Abdeckung der Projektrisiken. Der Regierungsrat macht für die höheren Baukosten hauptsächlich zwei Elemente verantwortlich: Der Ersatz der SBB-Brücke und zusätzliche Lärmschutzmassnahmen an den bestehenden Stützmauern.

Letztere müssen aufgrund von Einwendungen umgesetzt werden. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Stützmauern in einem solch schlechten Zustand sind, dass sie erneuert werden müssen.

Dass der Ersatzneubau der SBB-Brücke nun teurer wird als gedacht, begründet der Kanton damit, dass bei den SBB nicht mehr genügend Hilfsbrücken vorhanden seien. Dank diesen Konstruktionen muss der Bahnbetrieb nur für kurze Zeit unterbrochen werden.

Wegen Verzögerungen bei den Landerwerbsverträgen sei das Zeitfenster für den Brückenersatz um fast zwei Jahre verschoben worden, sagt Meier. Ohne die Hilfsbrücke kommt es jetzt zu einer neunwöchigen Sperrung der Bahnlinie.

«Die Preise für Rohstoffe wie Holz oder Eisen sind ebenfalls gestiegen», sagt Meier. Dies habe man bei der Planung nicht voraussagen können. Ein weiterer Grund seien zusätzliche Aufwendungen im Zusammenhang mit Covid.

Für die Stadt Baden wird es sogar billiger

Das Projekt wird teuer. Doch der Beitrag der Stadt Baden sinkt sogar. Neu zahlt sie 7,4 Millionen Franken, was 28,6 Prozent der Gesamtkosten beträgt. Grund dafür ist, dass nun Beiträge der SBB (0,75 Millionen) und des Bundes (5,85 Millionen) zugesichert sind, die bei Projektbeginn noch nicht feststanden.

Durch die Revision des Strassengesetzes wurde der Gemeindebeitrag für solche Projekte ausserdem von 60 auf 35 Prozent gesenkt. Weil das Projekt Schadenmühle baulich aufwendige Elemente enthält, wurden die Gemeindekosten hier nochmals um zehn Prozent reduziert.

Bei den 7,4 Millionen der Stadt Baden handelt es sich um einen Fixbetrag. Dieser steigt also auch nicht, wenn es erneut zu Mehrkosten kommt. Diese müssten dann vom Kanton übernommen werden.

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