Baden
Für 100 Millionen Franken saniert: Die neue Schulanlage Burghalde wirkt wie ein edles Hotel

Die Burghalde in Baden wurde im Beisein von Regierungsrat Alex Hürzeler der Öffentlichkeit übergeben. Auf einer Fläche von mehr als vier Fussballfeldern werden zukünftig knapp 1000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet – und das in edlem Ambiente.

Patrick Hersiczky
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Grussbotschaft: Bildungsdirektor Alex Hürzeler (Bildmitte) im Schulhaus Burghalde.

Grussbotschaft: Bildungsdirektor Alex Hürzeler (Bildmitte) im Schulhaus Burghalde.

Patrick Hersiczky

Wer am vergangenen Samstag durch die neu eröffnete Schulanlage Burghalde flanierte, erahnte nicht sofort, dass dies eigentlich ein Ort des Lernens ist: Hochwertige Holzmaterialien, warme Farben sowie der neu geschaffene Mertensgarten verleihen der Schulanlage mehr einen edlen Hotelressorttouch als miefiges Pausenhoffeeling.

110 Lehrpersonen, 1000 Schülerinnen und Schüler

Das Schulhaus Burghalde, das am Samstag von Behördenvertreter der beteiligten Gemeinden und Regierungsrat Alex Hürzeler feierlich der Öffentlichkeit übergeben wurde, ist aber hauptsächlich ein Ort des Lernens: 110 Lehrpersonen unterrichten täglich fast 1000 Schülerinnen und Schüler.

Die Schulanlage ist grösser als vier Fussballfelder. Solch schulischer Gigantismus ist gewiss nicht immer einfach zu organisieren: Schulleiter Jethro Gieringer sagte an der Eröffnungsfeier dazu: «Wir unterrichten schon seit sechs Wochen, müssen uns aber immer noch an die Grösse der Schulanlage gewöhnen.» Die Wege zwischen den Schulgebäuden sind teilweise sehr lange. «Wir haben bei einer Schülerin die Zeit gestoppt: Sie brauchte sieben Minuten, um in ein Fachzimmer im Burghalde III zu gelangen.»

Die Küche für den Haushaltkundeunterricht.

Die Küche für den Haushaltkundeunterricht.

Patrick Hersiczky

Dies ist im Schulalltag aber wegen der vielen kurzen Pausen nicht realistisch. «Schüler haben bekanntlich deutlich länger, um ihre Schulsachen zu packen und sich auf den Weg zum nächsten Zimmer zu machen», so Gieringer schmunzelnd. Man müsse deshalb die starren Stundenplanzeiten überdenken.

Dafür zahlt man gerne Steuern

Obschon die Volksabstimmung zu diesem 100-Million-Projekt klar positiv ausgefallen ist, hat es auch kritische Stimmen gegeben. Für Stadtammann Markus Schneider, früher für das Ressort Planung/Bau verantwortlich, hatte der Eröffnungsanlass deshalb eine besondere Bedeutung: «Die heutige Feierlichkeit hat klar gezeigt, dass die Freude über die neue Anlage sehr gross ist. Die Investition in dieser Höhe hat sich gelohnt. Schülerinnen und Schüler sowie die Bevölkerung geben uns tolle Rückmeldungen. Am Eröffnungsanlass hat mir sogar jemand gesagt, wenn man Geld in so eine tolle Anlage investiere, dann zahle man gerne Steuern», sagte ein sichtlich gelöster Stadtammann.

Eine Schule, grösser als vier Fussballfelder: Schulhaus Burghalde in Baden.

Eine Schule, grösser als vier Fussballfelder: Schulhaus Burghalde in Baden.

Patrick Hersiczky

Schneider konnte es sich nicht verkneifen, die eine oder andere Anekdote zu erzählen: «Als ehemaliger Sportlehrer bedauere ich natürlich, dass es nur noch einen Aussensportplatz gibt.» Versöhnlich zeigte er sich mit der Denkmalpflege, die dafür sorgte, dass der terrassierte Mertensgarten wieder in neuer Pracht erstrahlt: «Wenn ich heute durch die Schulanlage gehe, erfreue ich mich sehr an diesem Garten.»

Hürzeler: «Es ist ein einmaliges Bauprojekt»

Auch Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) überbrachte den 85 geladenen Gästen die Grussbotschaft des Regierungsrates: «Es ist ein einmaliges Bauprojekt, dessen Planung und Finanzierung aber von den Gemeinden getragen wird.» Hürzeler zeigte sich dennoch beeindruckt: «Ein Schulhausbau muss viele Bedürfnisse abdecken. So muss eine Schule nicht nur den Ansprüchen von Schülern und Lehrpersonen genügen, sondern auch architektonisch schön sein. Natürlich muss das Projekt auch möglichst kostengünstig sein», meinte Hürzeler ironisch.

«Ein Schulhausbau muss viele Bedürfnisse abdecken und auch architektonisch schön sein», sagte Alex Hürzeler.

«Ein Schulhausbau muss viele Bedürfnisse abdecken und auch architektonisch schön sein», sagte Alex Hürzeler.

Patrick Hersiczky

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