Baden
Ein grüner Fleck im Beton-Dschungel: Der neue Römergarten nimmt Form an

Beim Gärtnerhaus im Badener Kurpark entsteht momentan ein Gemeinschaftsgarten mit Permakultur. Er soll ein Ort der Begegnung sein – und der Bevölkerung einen Mehrwert bieten.

Sarah Kunz
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So stellt sich die Projektgruppe den Römergarten dereinst vor.

So stellt sich die Projektgruppe den Römergarten dereinst vor.

Visualisierung: ZVG

Birnen, Kirschen, Zwetschgen, Quitten, Kartoffeln, Kürbisse, Erdbeeren, Rosmarin, Basilikum – die Liste ist ewig lang. Kaum zu glauben, dass all diese Bäume, Sträucher und Kräuter derzeit am selben Ort in Baden wachsen. Und zwar im neuen Römergarten beim Kurpark. 1200 Quadratmeter gross ist der gesamte Gemeinschaftsgarten, der sich direkt vor dem Gärtnerhaus befindet.

Seit dem vergangenen Jahr – gleichzeitig mit der Gründung des Vereins Gärtnerhaus, dem auch die Projektgruppe Römergarten angesiedelt ist, und nach der positiven Rückmeldung der Stadt Baden – wird auf der Wiese gepflanzt, gesetzt, geackert, gegossen. Entstehen soll dereinst ein sogenannter Permakultur-Garten, also ein Garten, der sich stark an den natürlichen Kreisläufen der Natur orientiert und deshalb besonders nachhaltig ist.

Ein Garten im Einklang mit der Natur

Was das konkret heisst, erklärt Simone Matter. Sie ist eine von sieben Beteiligten im Kernteam des Projekts. Matter sagt:

«Permakultur bringt altes und neues Wissen zusammen und steht für zukunftsfähige Landnutzung. In einem Garten wie unserem ist es ein möglichst in sich funktionierendes Konzept bestehend aus vielen kleineren Ökosystemen, die sich gegenseitig unterstützen.»

So werden niedrigere Sträucher beispielsweise dadurch bewässert, dass Regenwasser von den Blättern der höheren Bäume abtropft. Auf diese Weise können die verschiedenen Pflanzen gegenseitig voneinander profitieren.

Die ersten Setzlinge im Gemüsegarten sind bereits gepflanzt, die Kompoststelle schon installiert, im Frühling legte das Team zusammen mit Freiwilligen eine Trockensteinmauer und eine Kräuterspirale an. Eine Wildhecke, Magnolienbäume und Bänke sollen folgen. Ständig kommen zudem neue Pflanzen hinzu: Einheimische, biologische oder alte Sorten, damit der Garten möglichst vielseitig erblüht. Die Setzlinge sollen beschriftet werden, damit Spaziergänger nebenbei noch etwas lernen können.

Im Gemüsegarten wurden Kartoffeln und Kürbisse gepflanzt. Im Hintergrund erkennt man die Kräuterspirale.

Im Gemüsegarten wurden Kartoffeln und Kürbisse gepflanzt. Im Hintergrund erkennt man die Kräuterspirale.

ZVG

Auch weitere Veranstaltungen wie Workshops, bei denen gezeigt wird wie man Geerntetes einmacht oder Kräuter verarbeitet, sind bereits in Planung. Wenn der Garten erst einmal richtig gedeiht, das Gemüse aus der Erde spriesst und die Bäume Früchte tragen, soll sich die Bevölkerung auch bedienen dürfen. Dafür möchte die Projektgruppe später ein Kässeli aufstellen.

Gemeinsam wird der Komposthaufen aufgeschichtet

Und mithelfen ist einfach: Ob den Pflanzen Wasser geben, an den Workshops teilnehmen, eigene Ideen einbringen, den Verein finanziell unterstützen oder einfach seinen Kompost vorbeibringen. «Jeder kann seinen Teil zum Garten beitragen», sagt Matter. Für letzteres wurden extra Boxen aufgestellt, in denen organisches Material gesammelt wird, das als Grundlage für den Komposthaufen dient. Der entstehende Humus wird dann für den Gemüsegarten verwendet.

So sieht es momentan im Römergarten aus. Links neben dem Gärtnerhaus stehen Kompost-Sammelstellen.

So sieht es momentan im Römergarten aus. Links neben dem Gärtnerhaus stehen Kompost-Sammelstellen.

ZVG

Am Samstag findet nun ein gemeinsamer Kompost- und Gärtnertag statt, an dem der Komposthaufen neu aufgeschichtet wird. Mit übrig gebliebenen Steinen, Sand und Holz soll dann auch gleich ein Erdloch gefüllt und so eine Reptilienburg geschaffen werden. Interessierte können sich auf der Website des Römergartens anmelden.

Das Ziel der Projektgruppe ist also klar: Einen grünen Fleck inmitten des Beton-Dschungels schaffen, der als Ort der Begegnung, des Lernens und der Erholung dient. Hier soll man Neues ausprobieren, Wissen weitergeben und die Ruhe in der Natur geniessen können. Oder wie Matter es ausdrückt:

«Der Römergarten ist ein Treffpunkt, wo ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam etwas schaffen können.»