Immer weniger Kunden nutzen den bedienten SBB-Schalter am Bahnhof Killwangen-Spreitenbach. Deshalb schliessen die Schweizerischen Bundesbahnen die dortige Verkaufsstelle im Sommer. «Die SBB wandeln den Bahnhof Killwangen-Spreitenbach per 1. Juli in eine Station mit Selbstbedienung um», schreiben die SBB in einer Medienmitteilung. «Bereits heute ist wegen der geringen Nachfrage nur jeweils einer der Schalter besetzt», sagt SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi. Ab Juli werden die Kunden ihr Ticket nur noch an den beiden bestehenden Billettautomaten, online oder telefonisch kaufen können.

Zwar geben die SBB keine Umsatzzahlen zu den einzelnen Billett-Verkaufsstellen bekannt. «Die geringe Zahl der Billett-Verkäufe am bedienten Schalter in Killwangen deckt aber den Aufwand und die Löhne der Mitarbeiter bei weitem nicht mehr», sagt Pallecchi. Immer mehr SBB-Kunden kaufen ihr Ticket zu Hause online oder via SBB-App auf dem Handy. «Die Zahlen im digitalen Bereich steigen massiv», sagt er. «Mit 18 Millionen Billetten hat SBB Mobile 2016 erstmals den Absatz des Schalters übertroffen», wie die SBB bereits anlässlich der Jahresmedienkonferenz im März mitteilten.

Verkaufsstelle im Shoppi bleibt

Auch die Tatsache, dass der Bahnhof Killwangen-Spreitenbach etwas ausserhalb des Zentrums gelegen sei, trage dazu bei, dass der Schalter wenig genutzt werde, erklärt Pallecchi weiter. Ganz anders sieht die Situation an der SBB-Verkaufsstelle im Shoppi Tivoli aus: «Die Verkaufsstelle ist sehr gut besucht und bleibt bestehen», sagt Pallecchi. Die Mitarbeitenden, die von der Schliessung des Schalters am Bahnhof betroffen sind, werden künftig in der SBB-Verkaufsstelle im Shoppi Tivoli arbeiten.

Der Killwanger Gemeindeammann Werner Scherer (SVP) wie auch Spreitenbacher Gemeindepräsident Valentin Schmid (FDP) wurden bereits im Februar über die Schliessung informiert. Seitens der beiden Gemeinden bedaure man die Schliessung des Schalters, teilen Scherer und Schmid auf Anfrage mit und fügen an, dass man als Gemeinde nichts gegen den Entscheid tun könne.

SBB-Sprecher Pallecchi verweist darauf, dass auf den Billettautomaten die Nummer einer kostenlosen Hotline angebracht sei. «Bei Fragen und Problemen erhalten die Kunden sofort persönliche Hilfe von unseren Mitarbeitern im Contact Center.»

Killwangen und Spreitenbach sind nicht die einzigen Gemeinden, die von derartigen Schliessungen betroffen sind. Bereits im vergangenen September teilten die SBB mit, dass in Neuenhof die Partnerverkaufsstelle, welche sich in der Post befindet, per Januar 2018 geschlossen wird. Abgesehen von diesen beiden Verkaufsstellen sind in der Region Baden bis auf weiteres keine weiteren Schliessungen von bedienten Schaltern vorgesehen. «Wir müssen die Situation und die Umsatzzahlen der einzelnen Verkaufsstellen aber laufend analysieren und gegebenenfalls entsprechende Massnahmen treffen», sagt Pallecchi und fügt an: «Wir sind von unserem Eigner, dem Bund, angehalten, haushälterisch mit unseren Mitteln umzugehen.»