Baden

Autogarage Tinner feiert Jubiläum: «Nicht sexy? Opel sind schön!»

«Wer denkt, Opel sei nicht sexy, ist nicht up to date»: André Tinner über Vorurteile, vernünftige Preise und moderne Autos.

«Wer denkt, Opel sei nicht sexy, ist nicht up to date»: André Tinner über Vorurteile, vernünftige Preise und moderne Autos.

Die Tinner-Garage in Baden wird 25 Jahre alt – bald gibts im «Kappi» einen Neubau.

Halt, wer ist hier der Chef? Zwar zeichnet Sohn André (46) seit acht Jahren für die Geschickte der Opel-Garage «Ruedi Tinner AG» im Kappelerhof verantwortlich. Doch beim Ortstermin ist es vor allem Vater Ruedi (73), der das Wort ergreift. «Mein Vater spricht halt gerne viel», sagt Sohn André mit einem Lachen. Doch operativ mische sich sein Vater, der VR-Präsident des Unternehmens ist, nicht mehr ein. Die zahlreichen Wortmeldungen des rüstigen Seniors zeigen vor allem eines: Die Leidenschaft und Begeisterung für das Autogewerbe ist noch nicht erloschen.

1992 gründete er die Opel Garage «Ruedi Tinner AG» an der Mellingerstrasse – dort, wo sich heute die Garage Scacchi befindet. «Die Opel-Händler in der Region hatten natürlich keine Freude an mir. Doch ich war überzeugt vom Potenzial der Marke», erinnert sich Ruedi Tinner.

Der gelernte Auto-Mechaniker mit Meisterprüfung – später folgten Weiterbildungen im Bereich Verkauf und Marketing – hatte zuvor bei der Ernst Ruckstuhl Garage in Zürich gearbeitet. «Weil ich dort auch viel Verantwortung trug und entsprechend entlöhnt wurde, war es mir überhaupt möglich, eine eigene Garage zu gründen», so Tinner.

1992 eröffnete Ruedi Tinner (2. v. r.) die Garage «Ruedi Tinner AG» an der Mellingerstrasse. Mit dabei Sohn André, Frau Hanny und Tochter Corrinne.

1992 eröffnete Ruedi Tinner (2. v. r.) die Garage «Ruedi Tinner AG» an der Mellingerstrasse. Mit dabei Sohn André, Frau Hanny und Tochter Corrinne.

Schon bald sollten die Zahlen dem Unternehmer recht geben, Bereits im zweiten Jahr verkaufte er rund 140 Fahrzeuge. 2002 ergab sich dann die Möglichkeit, die VW-Garage Kappelerhof AG zu übernehmen und die Garage zog in den «Kappi».

Starker Franken drückt Margen

Schon früh half auch Sohn André im Unternehmen mit. Doch ehe er definitiv ins Garagen-Geschäft einstieg, verschlug es ihn in die Bankenwelt, wo er sich zum Bankfachmann ausbilden liess. 2009 übernahm der Sohn dann die Geschäftsführung, wobei der Vater noch weitere drei Jahre im Unternehmen weiterarbeitete. «Wir ergänzten uns gut. Ich war für die Finanzen und die Buchhaltung zuständig, mein Vater für den Verkauf und das Marketing», so André Tinner.

Heute beschäftigt die Garage rund 25 Mitarbeiter und verkauft pro Jahr rund 220 Neuwagen und 100 Occasionen. «Wir haben bewusst immer nur auf eine Marke gesetzt, weil ich überzeugt bin, dass man nur dann erfolgreich sein kann», sagt Ruedi Tinner. Auf die Frage, was Sohn und Vater entgegnen, wenn man ihnen sagen würde, Opel sei nicht gerade der Inbegriff eines sexy Autos, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: «Opel hat das Image in den letzten Jahren sehr verbessert. Wir verkaufen heute sehr schöne Autos. Zu guten Preisen bekommen unsere Kunden sehr viel für ihr Geld.»

Kunde wird nicht viel merken

Zur jüngsten Übernahme von Opel durch Peugeot – zuvor gehörte Opel dem US-Hersteller General Motors, sagen die Tinners: «Von dem wird der Kunde nicht viel merken. Grundsätzlich ist es sicher gut, wenn zwei europäische Autohersteller zusammenspannen.» Und zum immer noch starken Franken gegenüber dem Euro: «Bei den Neuwagen sind wir abgesichert. Hingegen im Occasionsbereich hat uns die Aufhebung des Mindestkurses stark getroffen; am Ende geht es zulasten der Marge. Kurz: Die Konkurrenz – auch wegen des ganzen Online-Handels – ist so gross wie noch nie.»

Doch Tinners schauen optimistisch in die Zukunft. Mit etwas Verspätung sollen dieses Jahr die Baumaschinen auffahren. Rund 10 Millionen Franken werden in den Bau einer neuen Werkstatt, eines zusätzlichen Showrooms und acht Wohnungen investiert. Bezugstermin ist November 2018. «Dann werden wir für unsere Kunden noch attraktiver sein», freut sich André Tinner, der dieses Wochenende zur Jubiläumsausstellung lädt.

Jubiläumsausstellung: Samstag, 9 bis 18 Uhr, Sonntag, 10 bis 17 Uhr, mit Jubiläumsangeboten.

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