Ehrendingen

Autobahn-Prügler wird nun doch nicht Schulleiter – er verzichtet freiwillig

Zweikampf auf der Autobahn A1: Überholmanöver endet in Handgemenge

Zweikampf auf der Autobahn A1: Überholmanöver endet in Handgemenge

Auf der Autobahn A1, Höhe Luterbach, kam es zu einem Zweikampf zwischen zwei Autofahrer. Begonnen hat alles mit einem Überholmanöver.

Das Video von seinem Wutausbruch auf der Autobahn A1 ging viral. Die Person, die auf der Autobahn ausrastete, wird die Stelle als Schulleiter in Ehrendingen nicht antreten. Dies teilt die Schulpflege den Eltern in einem Mail mit.

Letzte Woche tauchte ein Video von einem Mann auf, das ihn bei einem Wutausbruch auf der Autobahn zeigt. Die AZ hat publik gemacht, dass der 58-Jährige auf das neue Schuljahr hin neuer Schulleiter Kindergarten in Ehrendingen wird – beziehungsweise werden sollte. Am Montag teilte die Schulpflege in einem E-Mail an die Eltern mit, dass der Mann seine Stelle doch nicht antreten wird. «Wir möchten Sie informieren, dass er im kommenden Schuljahr nicht Mitglied der Schulführung Ehrendingen sein wird», heisst es im Schreiben an die Eltern, das Schulpflegepräsidentin Tina Treier unterzeichnet hat.

Auf Anfrage der AZ teilt die Schulpflege mit: «Der Betroffene hat sich am 29. Juli bei der Schulpflegepräsidentin gemeldet, sich nach diesem Vorfall einsichtig gezeigt und von sich aus erklärt, die Stelle gar nicht anzutreten.» Die Schulpflege habe dies «selbstverständlich akzeptiert», nachdem sie sich unmittelbar nach der Kenntnisnahme mit der unverzüglichen Klärung des Sachverhalts und der Rechtslage auseinandergesetzt habe.  Die Schulpflege hat am 29. Juli vom «Vorfall» erfahren. Nicht weiter eingehen könne die Schulpflege zu den Details betreffend Anstellungsverfahren für die Besetzung der offenen Kindergartenschulleitung – aus Gründen des Datenschutzes, des Amtsgeheimnisses und des Persönlichkeitsschutze. In der E-Mail an die Eltern heisst es: «Wir sind weiterhin auf der Suche nach einer Schulleitung mit einem Teilzeitpensum für unsere Kindergartenstufe». Die Stellvertretung der Schulleitung Kindergarten werde ad interim durch Samuel Schölly gewährleistet.»

Am 20. Juli hatte der Mann auf der Autobahn A1 in Kriegstetten (SO) einen anderen Autofahrer ausgebremst, er stürmte aus seinem Auto und traktierte seinen Gegner und dessen Auto am helllichten Tag mit Tritten und Schlägen. Zuschauer nahmen das Geschehene auf, das Video wurde öffentlich. Bereits kurze Zeit später zeigte sich der Mann reuig, entschuldigte sich vor den Kameras von «Blick» und «20 Minuten» für seinen Ausraster. Er sagte, er schäme sich für den Vorfall. Am Montag war er für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die Einstellung des Schulleiters ist Sache der Schulpflege und nicht des Gemeinderats. Ehrendingens Gemeindeammann Urs Burkhard (CVP) ist wie die Eltern gestern Montagmorgen darüber informiert worden, dass der Mann die Stelle als Schulleiter Kindergarten nun doch nicht antritt. «Ein vernünftiger Entscheid für alle Beteiligten», kommentiert Urs Burkhard. «Es wäre für ihn wohl schwierig gewesen, hier zu arbeiten, nachdem das Video publik wurde. Auch für die Eltern wäre die Situation unbefriedigend gewesen.»

Konrad Schneider, Koordinator von «Pro Ehrendingen», fordert, dass aus der «missratenen Wahl» Lehren gezogen werden: «Die berufliche Eignung der Bewerbenden und ihr Vorleben sind von der Schulpflege sorgfältiger abzuklären.» Die Schulpflege wäre gut beraten, mit dem Gemeinderat zukünftig besser zusammenzuarbeiten, statt allein auf den ihr zustehenden Kompetenzen zu beharren.

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