Brugg-Windisch

Ausgewogenen Planungsinstrument: Auch Logistikbetriebe sind zugelassen

In der Arbeitszone I und in der Arbeitszone II (hellblau) im Westen Bruggs muss für Grünflächen ab 200 Quadratmetern künftig ein ökologisches Konzept eingereicht werden, heisst es in der neuen Bau- und Nutzungsordnung. Bild: zvg

In der Arbeitszone I und in der Arbeitszone II (hellblau) im Westen Bruggs muss für Grünflächen ab 200 Quadratmetern künftig ein ökologisches Konzept eingereicht werden, heisst es in der neuen Bau- und Nutzungsordnung. Bild: zvg

Der Einwohnerrat Brugg hat sich mit den Arbeitszonen beschäftigt – und einzelne Bestimmungen zurückgewiesen.

Bruggs Stadtammann Barbara Hor­lacher hat von einem ausgewogenen Planungsinstrument gesprochen, das die Rahmenbedingungen vorgibt, damit der Raum Brugg-Windisch gestärkt werden und sich zukunftsgerichtet weiterentwickeln kann. In einem sehr langen und auch komplexen Prozess habe es gegolten, die verschiedenen Interessen sorgfältig abzuwägen.

Am Freitag hat sich der Einwohnerrat an einer ersten Sitzung mit der Revision der Ortsplanung beschäftigt. Ganz knapp – per Stichentscheid des Einwohnerratspräsidenten Stefan Baumann – zurückgewiesen wurde das Hochhauskonzept (die AZ berichtete). Auch zu anderen Bestimmungen entwickelten sich zum Teil angeregte Diskussionen.

Den Vertretern der FDP fehlt die klare Definition

Mit der neuen Bau- und Nutzungsordnung sollen reine Lager- und Logistikbetriebe nicht zulässig sein – weder in der Arbeitszone I, die dem mässig störenden Gewerbe dient, noch in der Arbeitszone II für grossgewerbliche und industrielle Nutzungen sowie Handelsbetriebe.

Willi Wengi, Michel Indrizzi und Serge Läderach (alle FDP) setzten sich dafür ein, diesen Satz zu streichen. Es sei nicht klar, was ein reiner Lager- und Logistikbetrieb sei, es soll etwas beschlossen werden, das nicht definiert sei, lautete ihre Begründung.

Die Absicht sei es, Betriebe anzusiedeln, die Arbeitsplätze und Wertschöpfung generieren – und nicht solche, die viel Fläche brauchen und viel Verkehr generieren, hielt Stadtammann Barbara Horlacher dagegen. Wengi allerdings fragte sich, warum eine so harte Formulierung gewählt wird anstatt etwa «nicht wünschenswert». Der FDP-Politiker fand Gehör, die Rückweisungsanträge wurden angenommen.

Auf Kritik stiessen ebenfalls die Bestimmungen zu Bepflanzungsplan oder Grünflächen. Letztere sind sowohl in der Arbeitszone I als auch in der Arbeitszone II vorgesehen. Konkret heisst es in der Bau- und Nutzungsordnung: «Ab einer Grünflächengrösse von 200 Quadratmetern ist zum Umgebungsplan ein ökologisches Konzept einzureichen.» Solche Vorgaben seien auch in einer Arbeitszone wichtig, betonte Stadtammann Horlacher.

Absatz zum Bepflanzungsplan gestrichen

Mit dieser Auflage gebe es künftig noch mehr Papier, stellte Patrick von Niederhäusern (SVP) fest. Willi Wengi pflichtete dieser Aussage bei. Irgendeinmal sei es nicht mehr möglich, einen Produktionsbetrieb zu normalen Bedingungen aufrechterhalten zu können. Die Rückweisungsanträge fanden allerdings weder für die Arbeitszone I noch für die Arbeitszone II Gehör und wurden abgelehnt. Anders sah es aus bei den Rückweisungsanträgen zum Bepflanzungsplan. Diese wurden gutgeheissen, die entsprechenden Absätze werden in der Bau- und Nutzungsordnung gestrichen.

Diesen Freitag geht die Debatte rund um die Revision der Ortsplanung in die zweite Runde im Einwohnerrat. Ebenfalls entschieden wird an der Sitzung über das Altstadtreglement.

Einwohnerrat Freitag, 22. November, 19 Uhr, Rathaussaal

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

Meistgesehen

Artboard 1