Erfreuliche Neuigkeiten für Stella Palino. Die Betreiberin der «Unvermeidbar» an der Rathausgasse in Baden muss ihr Lokal Ende Oktober nicht räumen: Sie hat sich mit dem Vermieter geeinigt und eine Vereinbarung unterschrieben. «Wir haben mehr erreicht, als ich gehofft habe», sagt Markus Leimbacher, Anwalt von Stella Palino. Man sei sehr glücklich, habe man das Aus der «Unvermeidbar» verhindern können. Nach dem Ende des «Trotamundos» konnte somit verhindert werden, dass ein weiteres Kulturlokal in Baden schliesst.

Nach einer Verhandlung vor dem Friedensrichter steht fest: Die "Unvermeidbar" bleibt offen. (Tele M1, 12.10.17)

Stella Palino ist überglücklich, dass ihr Kunstcafé gesichert ist: «Mir fällt ein grosser Stein vom Herzen. Die ‹Unvermeidbar› ist meine Existenzgrundlage.» Ausserdem: Hätte sie das Lokal räumen müssen, wäre nicht nur ein Kunstcafé mit grosser Ausstrahlung, sondern es wären auch Arbeitsplätze verloren gegangen. «Ich bin froh, hat das Zittern ein Ende.»

Zur Erinnerung: Der Vermieter hatte Stella Palino auf Ende Monat gekündigt, weil er sie seit Jahren wiederholt mündlich und schriftlich an verschiedene Sicherheits- und Sorgfaltspflichten habe erinnern müssen. Beispielsweise hat sie die Fenster immer wieder offengelassen, auch über Nacht. Als die Kündigung publik wurde, sagte der Vermieter zur AZ: Es sei gefährlich, während Tagen und Nächten in vollkommener Abwesenheit und bei Sommergewittern die Fenster offen stehen zu lassen.

«Ich überlege mir, Baden zu verlassen»

... sagte Stella Palino noch am 5. Oktober.

Rückhalt von der Bevölkerung

Das bestehende Mietverhältnis, das bis 2025 läuft, wird nun wieder aufgenommen – jedoch unter Auflagen. Stella Palino hat sich unter anderem verpflichtet, die Fenster im ersten Obergeschoss bei Gewitter und beim Verlassen des Mietobjekts zu schliessen. Weiter muss sie bis spätestens Ende Dezember die besagten Fenster abschliessbar machen. «Für mich stimmt die Vereinbarung. Ich bin froh, ist man uns entgegengekommen.» Die Theaterfrau habe in den letzten Tagen einen unglaublichen Rückhalt von Bevölkerung und verschiedenen Politikern erhalten. «Das hat mir Mut gemacht. Ich bin sehr dankbar dafür.»

Vermieter Rolf Schmidli ist mit der Schlichtungsverhandlung zufrieden. «Mir ging es nie darum, dass die ‹Unvermeidbar› schliessen muss.» Schliesslich sei er selber manchmal im Theatercafé zu Gast. Doch wenn Mahnungen nicht beachtet würden, müsse man Mieter in die Knie zwingen, so brutal es auch töne. «Mir ist wichtig, dass die Sorgfaltspflicht eingehalten wird». In anderen Worten: Die Sicherheit der Bewohner und der Liegenschaft müsse gewährleistet sein. Wenn dies der Fall ist, sei sein Ziel erreicht. (ces)