Slam-Poetin liebt Zeus; Winzer will den 16. Sitz; Papeterist verschlingt Krimis; Peter Maffay rettet Ehe – lauter knackige Schlagzeilen und obendrein alle mit Aargauer Wurzeln. Wow! Am Mittwochabend hat ein bestens gelauntes Publikum in der Stanzerei gehört und erlebt, was hinter diesen Schlagzeilen steckt. Urs Heinz Aerni und Monika Schärer hatten drei ganz unterschiedliche Gäste zu einer «Alles Aargau reloaded»–Show geladen. Mit von der Partie war auch AZ-Kolumnist Jörg Meier als Standard-Gast.

Meier hatte den Auftrag von Erziehungsminister Alex Hürzeler, das Sparpaket des Regierungsrats zu erläutern. Meier machte kurzen Prozess und berichtete stattdessen – schlagermusikalisch untermalt – wie Julia Wieser, geborene Giulietta Coco, dank Peter Maffays «Du bist alles, was ich habe auf der Welt» nach 30 Ehejahren die Liebe zu ihrem Martin neu entdeckt.

Die Autorin, die kaum liest

Liebesfreud und –leid von Slam-Poetin Amina Abdulkadir sind von ganz anderer Beschaffenheit: In faszinierender Tonalität und unter raffinierter Zuhilfenahme der griechischen Mythologie schilderte sie ihre zwischen Olymp und Hades hin- und hergerissene Gefühlswelt. Interessant war auch das Gespräch zwischen der aparten Tochter eines Somaliers und einer Aargauerin und dem Moderatoren-Paar. Nein, so Amina unter anderem, sie lese «unglaublich wenig, aus Angst, dass sich mein Schreibstil verändern würde.»

Sehr viel, besonders gerne Krimis, liest hingegen Robert Sailer, Inhaber der Papeterie Höchli und Präsident der City-Com. Sein Vater, so Sailer, habe in der Badener Altstadt ein Tabaklädeli gehabt, so habe es ihn schon auch gereizt, mal einen Laden zu führen und als 1970 Raymond Höchli gefragt habe, ob er nicht bei ihm einsteigen wolle, habe er als damals 26-Jähriger rasch eingeschlagen.

Aargauer Reben für China

Thematisiert wurden unter anderem der hohe Frankenkurs und das Verschwinden von «Höchli» aus der Badstrasse an die Peripherie der Innenstadt.

Auch Wein war ein Thema. Er trinke, weil eine Tochter in Südafrika wohne, nur Weine von dort, bekannte Sailer und entschuldigte sich dafür im selben Atemzug bei Gast Nummer drei Andreas Meier, Winzer mit nigelnagelneuen politischen Ambitionen, Autor von «Kloster Sion Réserve», einem önologischen Geschichtsbuch, und Inhaber vom Weingut zum Sternen in Würenlingen.

Andreas Meier konterte, dass er – «im Rahmen meiner Diplomarbeit» – immerhin mitgeholfen habe, dass in Südafrika gesunde Reben gedeihen. «Jede achte Rebe, die in der Schweiz gepflanzt wird, stammt von uns und gerade jetzt sollen wir nach Nepal Reben liefern. Unter anderem nach China, Süd- und Nordkorea haben wir das schon getan.» Wer weiss – vielleicht wird schon bald ein Rebberg auf der Bundeshaus-Terrasse angelegt und bewirtschaftet von Nationalrat Andreas Meier. Dieser Tage wurde er von der CVP Bezirk Zurzach – Meier lebt in Klingnau – als Kandidat nominiert. «Ich bin ein totaler Quereinsteiger, aber es gibt viele politische Themen, die mich interessieren und ich hätte Lust auf den neuen, den 16. Aargauer Sitz in Bern.»