Wettingen

Argovia Philharmonic spielten zum Jahresauftakt mitreissende Melodien im Exil

Mit einem wunderbaren 25. Neujahrskonzert des Argovia Philharmonic ist 2019 in Wettingen brillant angekommen

Keine Kronleuchter an einer verspiegelten Decke, keine pastellfarbenen Balustraden mit Putenengeln – zum ersten Mal ging das Wettinger Neujahrskonzert nicht in Toni Busingers Bühnenbild über die Bühne: Wegen der Bauarbeiten im Tägi Wettingen fand die 25. Auflage Unterschlupf in der Kirche St. Anton. Auch hier sorgten heimische Floristen für prächtigen Blumenschmuck. Auch hier sorgte das beschwingte Argovia Philharmonic unter Stabführung von Mark Kissóczy mit einem erlesenen Programm für einen beglückenden Start ins neue Jahr.

Reise durch die Filmgeschichte

So wurden die Ohren der Zuhörer unter anderem mit einer musikalischen Reise durch die Filmgeschichte verwöhnt. «Der Bezug zum Kino passt wunderbar in diese ersten Tage des neuen Jahres. Manche haben konkrete Erwartungen an einen Film, andere sitzen da und lassen das Spektakel auf sich zukommen.

Der grosse Unterschied zum Kino ist, dass wir alle im Jahr, das uns erwartet, nicht nur Zuschauende sein werden, sondern Protagonisten in unserem eigenen Film», gab Regierungsrat Urs Hofmann zu bedenken.

Hofmann: Möglichkeiten nutzen

Als Landammann überbrachte er traditionsgemäss die Grüsse und Wünsche der Regierung und betonte: «Wir können davon ausgehen, dass 2019 mindestens so vielfältig sein wird wie die Stücke am heutigen Abend. Nehmen wir die Möglichkeiten wahr, die sich uns bieten, und gestalten wir so unsere Zukunft.

Die Schweiz steht für Kooperation und Integration; Ausgrenzung und Diskriminierung haben in unserem Land nichts zu suchen.»

Das «Indiana Jones»-Thema des heute 87-jährigen, mehrfach Oscar-Preisgekrönten Amerikaners John Williams, der unter anderem die Musik zu «Schindlers Liste», «Jurassic Park» und drei «Harry Potter»-Filmen schrieb, gefiel nicht nur Film-Freaks ebenso wie die Ouvertüre zum 1940 gedrehten Streifen «Der Herr der sieben Meere» des gebürtigen Österreichers Erich Wolfgang Korngold (1897–1957). Ganz zu schweigen von zwei Ohrwürmern aus dem weltberühmten Musical «My Fair Lady».

Frenetischer Szenenapplaus

Als Solist erntete der Trompeter-Virtuose Immanuel Richter mit Variationen des einstigen Gassenhauers «Mein Hut der hat drei Ecken» von Jean-Baptiste Arban frenetischen «Szenenapplaus», brillierte danach ebenfalls mit kurzen Stücken von Dvořàk und Délibes.
Mit Polkas und Walzern von Johann, Josef und Eduard Strauss und dem Radetzky Marsch von deren Vater Johann – als letzte von vier Zugaben – entzückte das 25. Wettinger Neujahrskonzert auch im Exil die Besucher.

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