Es begann vor mehr als zehn Jahren an der Kanti Wettingen: Viviane Hasler und Maren Gamper besuchten zusammen das Schwerpunktfach Musik und entdeckten ihre Leidenschaft für die Klassik. Morgen Freitag präsentieren die beiden Musikerinnen ihr gemeinsames Projekt «Mélodies d’Ailleurs» in der Villa Boveri. Die Gäste erwartet während rund 70 Minuten eine Auswahl an klassischen Liedern von französischen Komponisten, mit Ausnahme von Mozart. Dabei übernimmt Viviane Hasler den Gesang und Maren Gamper die Klavierstimme.

Die Zusammenarbeit der beiden ist nicht selbstverständlich, denn die beruflichen Wege trennten die Freundinnen nach der Kantonsschule. Während Hasler (33) in Luzern klassische Musik studierte, liess sich Gamper in Bern zur Pianistin ausbilden, um anschliessend in Paris eine Schauspiel- und Ballettausbildung anzuhängen. Seither lebt die 32-Jährige mit ihrem Partner und ihrer dreieinhalbjährigen Tochter im Burgund und spielt dort Theater. «Meine Auftritte finden vorwiegend in Frankreich statt», sagt Gamper. «In Baden hatte ich bisher vereinzelt Projekte, zum Beispiel im ‹Teatro Palino› oder auf der Freilichtbühne.» In die Bäderstadt ziehe es sie vor allem immer wieder wegen ihrer Familie. Viviane Hasler, die in Nussbaumen aufwuchs, hat ihren Wohnort inzwischen nach Luzern verlegt und arbeitet als freischaffende Musikerin. Neben der solistischen Tätigkeit in Engagements wirkt sie in verschiedenen Ensembles mit.

Trotz der Distanz hielt der Kontakt der Freundinnen an, und sie beschlossen schliesslich, dass es Zeit für ein Projekt zu zweit war. «Wir wählten einige Lieblingsstücke von uns aus und stellten so ein Programm zusammen, das verschiedene Facetten des französischen Lieds zeigt», sagt Hasler. Die Texte seien von Melancholie, Erinnerungen, aber auch Liebe geprägt. «Die Stücke stammen alle aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Wir spielen also Musik, die aus vergangener Zeit stammt. Deshalb auch der Titel, der übersetzt ‹Lieder von früher oder weit her› bedeutet», fügt Hasler hinzu. Die Künstlerinnen wollen zeigen, dass vergangene Musik durchaus überdauert habe und lebendig sein könne.

Eine etwas andere Bühne

Für das Duo ist das Konzert morgen nicht das erste in der Stadt: An der Badenfahrt bekamen sie die Gelegenheit, auf der Bühne der Gewinnerbeiz «UsVers» Auszüge aus ihrem Programm zu spielen. «Mein Bruder war der Grundinitiator von ‹UsVers›, weshalb wir auf die Idee kamen, dort aufzutreten», sagt Maren Gamper. Für die beiden war es ungewohnt, in einer solchen Atmosphäre zu spielen. «Normalerweise finden meine Projekte in geschlossenen Räumen statt, wo das Publikum leise auf den Stühlen sitzt», sagt Viviane Hasler. «An der Badenfahrt war dies natürlich ganz anders, aber genau deshalb auch eine faszinierende Erfahrung.»

Mélodies d’Ailleurs: Freitag, 13. Oktober, 19.30 Uhr, Villa Boveri, Baden.