Nachdem das Baugesuch 2014 zur Erweiterung des Alterszentrums «Im Grüt» in Mellingen durch den Regierungsrat aufgehoben worden war, liegt es seit gestern zum zweiten Mal auf. Erika Schibli, Präsidentin des Trägervereins des Altersheims Mellingen-Wohlenschwil und Wohlenschwiler Gemeindeammann, ist zwar froh, dass es nach der jahrelangen Blockade endlich weitergeht, aber: «Grund zur Freude haben wir erst, wenn die Baubewilligung vorliegt», sagt sie auf Anfrage.

Zur Erinnerung: Nachdem der Gemeinderat im Herbst 2014 dem Trägerverein bereits die Baubewilligung für den Erweiterungsbau erteilt hatte, hiess der Regierungsrat im August 2015 eine Beschwerde wegen ungenügender Erschliessung über den Tägerigerweg gut. Daraufhin liess der Gemeinderat den Erschliessungsplan Tägerigerweg und für die Erweiterung des Strassenabschnitts «Tägerigerweg West» ein Strassenbauprojekt ausarbeiten. Am nächsten Montag starten die Arbeiten zum Wegausbau (siehe Box).

Seit der Mellinger Gemeinderat im August 2018 für diese Bauarbeiten grünes Licht gegeben hat, war klar, dass die Planung des Erweiterungsbaus beim Alterszentrum wieder aufgenommen werden kann. Um erneut ein Baugesuch einreichen zu können, wurden einige Feinjustierungen vorgenommen und das Bauprojekt auch an inzwischen neu eingeführte Gesetze angepasst: «Der ganze Bau wurde sozusagen optimiert», so Schibli.

So habe man zum Beispiel bei der Passerelle, also beim Übergang, der den alten und neuen Bau verbindet, auf eine Neigung verzichtet, was gerade für Rollstuhlfahrer von Bedeutung sei. Waren früher zudem für alle Zimmer Kleinküchen vorgesehen, so wurden diese nun entfernt, da hier nur pflegebedürftige Personen wohnen werden, die keine eigene Küche benötigen.

Auf dem Areal des heutigen Parkplatzes mit 30 Plätzen soll ein zweigeschossiger Bau mit insgesamt 14 Doppelpflegezimmern entstehen. Als Ersatz für die Parkplätze ist unter dem Neubau eine Tiefgarage geplant. Gerechnet wird mit rund acht Millionen Franken Baukosten und einer Bauzeit von 18 Monaten.

Das Baugesuch liegt bis 23. Juli im Rathaus auf. Schibli hofft, dass diesmal keine Einsprachen eingehen. Da es sich aber um ein grosses Projekt handle, sei das nicht auszuschliessen: «Dann werden wir uns mit den entsprechenden Begründungen auseinandersetzen.»