Untersiggenthal
Altenburg-Garage: Vater Georges übergibt Leitung an Sohn Stefan Hiltmann

Die Altenburg-Garage erhält eine neue Führung. Georges Hiltmann übergibt die Leitung an seinen Sohn Stefan.

Frederic Härri
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Kennen sich mit schnellen Flitzern, Geländewagen und Hybridmodellen aus: Georges und Stefan Hiltmann.Sandra Ardizzone

Kennen sich mit schnellen Flitzern, Geländewagen und Hybridmodellen aus: Georges und Stefan Hiltmann.Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Bei der Autogarage Altenburg in Untersiggenthal ist vor kurzem das Führungszepter weitergereicht worden. Oder, um im Fachjargon zu bleiben: «Das Steuerrad ist jetzt in meiner Hand», wie Stefan Hiltmann sagt. Mit dem 33-Jährigen als neuen Geschäftsführer bleibt das metaphorische Steuerrad in der Familie. Vater Georges hatte den Betrieb seit 2001 als alleiniger Inhaber geleitet und insgesamt über vier Jahrzehnte bei der Altenburg-Garage gearbeitet, zuerst in Wettingen, seit 2006 in Untersiggenthal. Für Georges Hiltmann ist die Geschäftsübergabe an seinen Sohn der nächste logische Schritt: «40 Jahre sind für mich genug, für die Garage aber natürlich noch lange nicht.»

Die Altenburg-Garage verkauft Modelle der Marken Mitsubishi, Suzuki und Seat. Daneben wird eine breite Auswahl an Gebrauchtwagen angeboten und bei Volkswagen-Autos der Service gemacht. Der Betrieb beschäftigt 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen 5 in Ausbildung sind. Eine spannende, vielseitige und gleichzeitig anspruchsvolle Herausforderung für den jungen Geschäftsleiter Stefan Hiltmann, der 2009 bei der Altenburg-Garage als Verkäufer anfing. Dennoch spricht er von einem «sanften» Start in die neue Aufgabe, weil ihm sein Vater frühzeitig die Möglichkeit gegeben habe, in die geschäftlichen Tätigkeiten hineinzusehen. «So konnte ich nach und nach mehr Verantwortung im Tagesgeschäft übernehmen und mich darauf vorbereiten, dass der Betrieb auch dann weiter läuft, wenn mein Vater mal nicht vor Ort ist.» Auch Georges Hiltmann ist mit diesem Weg zufrieden: Sein Sohn wuchs über die Jahre erfolgreich in die Aufgabe als Geschäftsführer hinein und die Übergabe hat man auf Mitte Oktober hin «fast schon minutiös» planen können.

Für Georges Hiltmann war die Zeit als Leiter der Altenburg-Garage eine, die sehr intensiv war. Der 64-Jährige berichtet von vielen Sieben-Tage-Wochen ohne Kompensation und Phasen, in denen ausserordentlicher Einsatz gefragt war. «Da bin ich nicht unglücklich, wenn ich das hinter mir lassen kann.» Lamentieren kommt für den Untersiggenthaler aber nicht infrage: «Ich habe die Garage immer sehr gerne und mit viel Freude geführt.» Nun sei es aber an der Zeit, dass «junge und hungrige Kräfte» nachrücken. In Sohn Stefan sieht Georges Hiltmann einen idealen Nachfolger, weil sie sich charakterlich beide sehr gleichen würden: «Wir bringen Leidenschaft mit, verfallen aber nicht in Euphorie, wenn es mal eine Weile ausserordentlich gut läuft. Gleichzeitig behalten wir auch in schwierigeren Phasen die Ruhe.» Die Stärke, Visionen in die Tat umzusetzen, verankern die Hiltmanns im gemeinsamen Unternehmersinn. «Wir haben beide das Unternehmerische in uns», sagt Georges Hiltmann. Umso bemerkenswerter, da sich im Familienstammbaum ansonsten weder Unternehmer noch Geschäftsführer finden lassen. Allen Gemeinsamkeiten zum Trotz gibt es aber nicht bei allen Fragen Übereinstimmung. «Insbesondere bei modernen technologischen Entwicklungen sind wir uns nicht immer einig, wann diese im Automobilmarkt ankommen werden», sagt Stefan Hiltmann. Doch auch aufgrund solcher Meinungsunterschiede sieht sich sein Vater darin bestätigt, mit der Übergabe den richtigen Schritt gemacht zu haben: «Das heutige Geschäft bedingt ständig die neusten Fahrzeuge und die neuste Technologie. Da sind Jüngere, die mit dem Computer aufgewachsen sind, besser darauf vorbereitet.»

Auf die eigenen Stärken vertrauen

Der Altenburg-Garage steht nach der Übergabe eine spannende Zeit bevor. Die Konkurrenz im Autoverkauf ist gross, die Unterschiede zwischen den Garagen teilweise minimal. Um sich abzuheben, muss sich die Altenburg-Garage weiterhin auf ihre Stärken verlassen. Will heissen: «Kontinuität zu erhalten und das Vertrauen langjähriger Kunden in uns zu bestätigen, sind uns sehr wichtig», sagt Stefan Hiltmann. Daneben investiere man viel in die Ausbildung von Lernenden und Mitarbeitern, wodurch man «Eigengewächse» möglichst lange an das Geschäft binden möchte. Denn trotz ihrer Grösse und dem Ausbau in den letzten Jahren sei die Garage stets ein Familienbetrieb mit regionaler Verankerung geblieben. Ziel sei es, sich auch in Zeiten der Digitalisierung treu zu bleiben, wie Georges Hiltmann betont: «Wenn ich nicht mehr an oberster Stelle stehe, ist eben Stefan derjenige, der das Geschäft repräsentiert.» Ansonsten werde sich für die Kundschaft nichts grundlegend ändern. «Ich denke, unsere Kunden wissen das sehr zu schätzen.» Beste Voraussetzungen also für Sohn Stefan, der in naher Zukunft wohl keine grösseren Kurskorrekturen vornehmen muss.

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