Viele Badenerinnen und Badener sagen bis heute liebevoll «Vilan», wenn sie von «ihrem» Warenhaus sprechen. Das Kaufhaus am Schlossbergplatz hiess seit seiner Eröffnung im Jahr 1968 so. Erst 1994 wechselte es zum Markennamen «Manor». Jetzt feiert das Haus drei Tage lang Jubiläum.

Das Warenhaus am Schlossbergplatz 7 hat eine lange Vorgeschichte. An dem damals noch offenen Platz vor dem Bruggertor wurde 1843 das «Schlossbergkasino» gebaut. Von 1870 bis 1910 lag im ehemaligen Ballsaal des Hauses, das der Familie Guggenheim und später den Gebrüdern Lang gehörte, das Betlokal der Israelitischen Kultusgemeinde.

Im Erdgeschoss bot das Kaufhaus seine Waren feil. 1911 wurde es von den Badener Architekten Dorer & Füchslin umgebaut und mit neuen, grossen Schaufenstern versehen. Im Kaufhaus am Schlossberg gab es alles, was das Herz begehrte: Von Unterwäsche über Porzellan und Spirituosen bis zu edlen Zigarren. 1925 ging das Kaufhaus an die Familie Ascher, 1961 übernahm die Kaufhaus Vilan AG das Haus. Als in Baden der Schlossbergtunnel für den Autoverkehr ausgebaut und die Eisenbahn weiter in den Untergrund verlegt wurde, musste das alte Kaufhaus 1965 weichen. Nicht, weil es keinen Platz mehr gehabt hätte, wohl aber, weil es nicht modern genug war in diesen Zeiten des Badener Aufbruchs.

Einst Kasino und Synagoge: Das Kaufhaus Schlossberg um 1910.

Einst Kasino und Synagoge: Das Kaufhaus Schlossberg um 1910.

Waschbeton und Zoohandlung

1968 dann wurde der neue «Vilan» feierlich eröffnet. Die auskragende, damals hochmoderne Waschbetonfassade kam weitgehend ohne Fenster aus. Ein grauer Block stand fortan am Schlossbergplatz – nur das Restaurant im Dachgeschoss mit seinen Markisen und den begrünten Pflanztrögen verlieh dem markanten Haus eine gewisse Nostalgie.

Zwischen der Felswand des Schlossbergs und dem neuen Warenhaus wurde die Tunnelgarage durch den Berg getrieben, die stets auch als «Vilan-Parkhaus» diente. Im Erdgeschoss hatte der Vilan früher einen Blumenladen, im ersten Untergeschoss gab es Lebensmittel und Delikatessen – im zweiten Untergeschoss war früher die Zoohandlung, mit lebenden Tieren und einer ganzen Wand mit Aquarien voller Fische. Später kamen hier unten die Sportabteilung und – für die Badener Jugend damals unumgänglich – eine grosse CD-Abteilung dazu.

«Mit der Stadt verbunden»

Ende der 80er-Jahre entschied sich die Unternehmensleitung, das Haus grundlegend neu zu gestalten. Erste Ideen sahen einen Ausbau über den «Blinddarm» hinweg vor. Doch es kam anders: Die Betonstruktur wurde erhalten, aber die Waschbetonfassade durch Glas ersetzt. Seit 2005 setzt der Manor einen eleganten städtebaulichen Akzent, die Fassade wirkt wie ein riesiges Schaufenster. Die Lebensmittelabteilung wanderte einen Stock tiefer, das Restaurant wurde um eine Etage und eine Dachterrasse ergänzt, von der man einen der besten Ausblicke der Stadt hat.

Seit Januar 2017 ist Roger Amann Direktor im Manor Baden. Zuvor war er Direktor der Manor-Warenhäuser in Winterthur und in St. Gallen. Der Standort Baden zählt mit einer Verkaufsfläche von 7000 Quadratmetern zu den grösseren in der Schweiz. «Speziell an unserem Haus in Baden ist, dass wir das komplette Sortiment von Manor anbieten», sagt Roger Amann. In Baden gibt es alles vom Non-Food-Angebot über das Manora-Restaurant und die Food-Abteilung bis zum Appunto-Take-Away.

«Wir sind bestrebt, unseren Kunden ein tolles Einkaufserlebnis und einen sehr guten Kundenservice zu bieten», sagt Amann. Die Lage am Schlossbergplatz sei nahezu perfekt. Hier pulsiere das Leben. Das sehe man besonders an den Samstagen. Und: «Es ist toll, seit 50 Jahren mit der Stadt verbunden zu sein. Das ist nur dank der Treue unserer Kunden möglich.» Bis zum Samstag feiert Manor das Jubiläum mit zahlreichen Aktivitäten: So finden beispielsweise heute in der Sportabteilung Yogastunden statt, am Freitag gibt es ein Kinderprogramm und an allen drei Tagen locken Marktstände auf den Schlossbergplatz.

Historische Bilder aus Baden: