Freienwil

Afrika liess die alten Holzdielen im «Weissen Wind» erzittern

Claudia Masika sang sich in die Herzen der Zuhörer.

Claudia Masika sang sich in die Herzen der Zuhörer.

Mit der Kenianerin Claudia Masika und Band wurde «Kultur im Saal» aus der Taufe gehoben.

Aufgefrischt ist im «Weissen Wind» auch der Saal im ersten Stock – und doch ist er der alte geblieben. Mit einem Kulturprogramm wird er einmal im Monat zu neuem Leben erweckt. Bis Oktober werden das eine Lesung sowie fünf musikalische Multikulti-Leckerbissen sein. Zum Auftakt der vielversprechenden Serie haben am Samstag Claudia Masika mit ihrer Band die alten Holzdielen im Saal zum Zittern und rund 60 Freienwilerinnen und Freienwiler aus dem Häuschen gebracht.

In Kenia geboren, lebt Masika seit einigen Jahren im solothurnischen Dulliken. An Schlagzeug, Saxofon, Gitarre und Bass wird sie begleitet von Musikern aus Ennetbaden und der Region Zofingen sowie vom Freienwiler Perkussionisten Willi Hauenstein, der afrikanische Trommeln schlägt.

Bitte keine Konzertbestuhlung

Im Saal waren nur wenige Stühle den Wänden entlang aufgestellt und dazwischen einige Bartischchen. Auf Empfehlung von Masika hatten die Verantwortlichen auf Konzertbestuhlung verzichtet. Wohlweislich! Denn kaum hatte die Band das erste Stück gespielt und hatte Masika zu singen begonnen, schon war der Saal von einem mitreissenden Groove erfüllt. Die Lautstärke stieg in die Köpfe, aber noch viel mehr stiegen die Rhythmen in die Beine. «I love it when you dance – it looks so beautiful», lachte Masika ins Mikrofon.

Auch wenn man kein Swahili versteht – die Musik, zusammen Masikas Mimik, Gestik und Inbrunst sprachen weit mehr als tausend Worte. Frech, melancholisch, verschmitzt, sehnsüchtig, traurig, übermütig – die Songs und ihre Interpretation, inklusive «upepo labash», was «weisser Wind» bedeutet, gingen unter die Haut und mitten ins Herz der Anwesenden. Zunehmend wurden Durstlöscher herangeschafft, was Masika mit breitem Lachen und sich das Gesicht mit einem Tuch abwischend kommentierte: «Ihr schwitzt auch. It’s the African Sun. Ihr seid ja auch schön braun geworden».

Bevor sie sich verabschiedete, wies die Kenianerin auf ein Projekt hin, welches sie in ihrer Heimat ins Leben gerufen hat. Der Verein «Hofogi – Help for girls» mit Sitz in Lenzburg, will mit seinem Engagement vor Ort Mädchen und jungen Frauen aus finanziell schwachen Familien eine Chance für mehr Unabhängigkeit und Selbstständigkeit geben.

 

Programm: www.weisserwindfreienwil.ch Projekt: www.hofogi.org

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