Müslen/Birmenstorf
Adolf Ogi: «Ich möchte noch auf den Mont Blanc»

Alt-Bundesrat Adolf Ogi erzählte in illustrem Kreis über Führung und seine Tätigkeiten. Spitzenleute von Firmen aus verschiedensten Bereichen hörten sich Ogis Führungsgrundsätze an. Seine erste Regel: Vor allem müsse man die Menschen mögen.

Roman Huber
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«Es ist erstaunlich, was der Mensch zustande bringt, sofern er es will und auch daran glaubt», stellte Adolf Ogi an den Anfang seines Referats. Darum besteht kein Zweifel: Sein eigener Wunsch, noch den Mont Blanc, höchsten Berg Europas zu erklimmen, wird er sich noch erfüllen.

Unterhalter, Philosoph, Mensch

Ogi meinte in erster Linie die Eigenschaft und Fähigkeit guter Führungsleute. Doch er hatte mit diesem Zitat vor gut 80 Spitzenleuten aus der Wirtschaft seine eigene Geschichte auf den Punkt gebracht. Und der legendäre und bodenständige alt Bundesrat vermag mit dieser Geschichte zu faszinieren. Spannend und unterhaltend bringt er unverblümt zum Ausdruck, wie er mit den Erfahrungen seiner Tätigkeiten wuchs. Wie der einfache Adolf Ogi Karriere machte. Und wie er einfach und bescheiden geblieben ist: «Ich habe stets die Wahrheit gesagt, aber nie plagiert.» Dabei flocht Ogi Anekdoten ein und erklärte Ogi-Witze, wie sie während seiner Amtszeit etwa zum Besten gegeben wurden.

Ogis Geschichte hat sehr viel mit guten Führungsgeschichten gemein. Sie zeigte ihn als den authentischen und volksnahen Menschen, der so zu kommunizieren wusste. So, wie er vielen als Bundesrat in Erinnerung geblieben ist und wie er die Aufgaben, die er sich stellte oder gestellt erhielt, auch anpackte.

Ogi schilderte, was Grundwerte sind, wie sie ihm vom Vater, von Lehrer Rüedi Rösti, aber auch im Militär und im Sport mit gegeben worden seien. Daraus hat er sich offensichtlich seine eigene Führungsphilosophie geschmiedet und gelernt, sich durchzusetzen. Sie habe es ihm ermöglicht, einen Skiverband erfolgreich zu führen, als Parteipräsident einen Haufen Individualisten zu einen, oder als Bundesrat sich für ein Land einzusetzen, als UNO-Untergeneralsekretär sogar noch für eine bessere Welt von morgen und dafür, dass die Jugend nicht zuletzt durch den Sport als Lebensschule bessere Bedingungen erhalte.

Man muss Menschen mögen

Ein hochkarätiges Publikum mit klingenden Namen hatte Ogi vor sich. Spitzenleute von Firmen aus verschiedensten Bereichen hörten sich Führungsgrundsätze an, die den erfolgreichen Führungsmenschen ausmachen. Doch vor allem müsse man, so Ogi, die Menschen mögen.

Adolf Ogi dürfte einer der gefragtesten Referenten bei den alt Bundesräten sein. «Ich habe einen Gang zurückgeschaltet und nehme nur noch wenige solche Einladungen an», sagte er nach dem Referat. Peter Kuhn hat Glück gehabt. Dem Gründer der Kuhn & Partner, einer Beratungsfirma, die für wichtige Positionen Führungspersonen rekrutiert, hat er ein Referat versprochen, und wie gewohnt auch Wort gehalten.

Es erstaunte nicht, dass Kuhn im Birmenstorfer Weiler Müslen mit Adolf Ogi ein grosses Publikum gewinnen konnte. Es sei ein ausgewähltes Publikum, präzisiert Kuhn. Leute, die besondere Vorstellungen für Führungskräfte und deren Eigenschaften hätten. Dass es mit der heutigen Kader-Elite, mit den Head Hunter und der Rekrutierung von Spitzenleuten nicht zum Besten stehe, stellte Kuhn an den Beginn seiner Begrüssung.

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