Gebenstorf

Aargauer Profiboxer Egzon Maliqaj setzt an der «Fight Night» seine Siegesserie fort

Egzon Maliqaj (links) von der Boxschule Gebenstorf beschäftigte den Georgier Bacho Kvaratskhelia fast pausenlos.

Egzon Maliqaj (links) von der Boxschule Gebenstorf beschäftigte den Georgier Bacho Kvaratskhelia fast pausenlos.

Der 27-jährige Boxer gewinnt sein Heim-Debüt gegen den Georgier Bacho Kvaratskhelianach, trotz gesundheitlichen Beschwerden. Der bisher noch ungeschlagene Maliqaj hat ehrgeizige Ziele: Schon in drei Jahren sieht er sich im WM-Titelkampf.

Was für eine Premiere! Egzon Maliqaj gibt an der Gebenstorfer «Fight Night» sein Heim-Debüt als Profi-Boxer und gewinnt seinen Kampf gegen den Georgier Bacho Kvaratskhelia klar nach Punkten. Der 27-jährige Aargauer hatte mit einem zähen Gegner und auch mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen.

Doch der Reihe nach: Die Vorbereitung für Maliqajs dritten Profi-Kampf war alles andere als optimal. Der studierte Maschinenbau-Ingenieur musste just in der Woche vor dem Event nach Genf in den Militärdienst einrücken und konnte somit nur reduziert trainieren. Zudem fing sich der vierfache Schweizer Meister im Welschland eine Grippe ein, von der er sich bis zu seinem Auftritt in Gebenstorf nicht vollständig erholen konnte. Dennoch sagten Trainer Pascal Stalder und Manager Toni Barbera an der Pressekonferenz tags zuvor: «So gut in Form wie heute war Maliqaj noch nie.» Und diese gute Performance brauchte er auch beim «Kampf des Tages», dem Höhepunkt der diesjährigen «Fight Night». Mit Kvaratskhelia traf Maliqaj auf einen routinierten und äusserst widerstandsfähigen Boxer.

Maliqaj war von Beginn an aktiver als sein Gegenüber und landete präzise Treffer, währenddem der Georgier meist mit Defensivarbeit zu tun hatte. «Ich wusste, dass es ein strenger und gefährlicher Kampf werden würde», sagte Maliqaj hinterher, «doch bis auf wenige Treffer habe ich dem Gegner fast nichts zugestanden und ihn praktisch pausenlos beschäftigt.» In der Tat: Obwohl Kvaratskhelia über die volle Distanz von sechs Runden auf den Brettern stehen blieb und damit einem K.o. entging, entpuppte sich der Schweizer bei den drei Punktrichtern als eindeutiger Sieger (60:54, 60:52, 60:54).

Riesen-Jubel beim Publikum, Erleichterung bei Egzon Maliqaj und seiner Entourage. «Ich bin sehr zufrieden», sagte Trainer Stalder, «Egzon schöpfte sein Potenzial voll aus, ging nicht auf die Provokationen seines Gegners ein und zog sein Programm durch.» Maliqaj wischte sich den Schweiss ein paar Mal von der Stirn, posierte mit seinen Anhängern für Selfies und meinte danach: «Es war eine wunderbare Erfahrung, das Publikum motivierte mich enorm. Es ist immer etwas Spezielles, in Gebenstorf zu boxen.»

Egzon Maliqaj ist nach Yves Studer der zweite Profi-Boxer in der Geschichte der Boxschule Gebenstorf. Der Boxsport im Aargau befindet sich so oder so im Aufwind: Die Halle in Gebenstorf war mit 550 Zuschauern sehr gut besucht, die Sitzplätze und der VIP-Bereich waren ausverkauft. Mit Davide Faraci (Kleindöttingen/ Halbschwergewicht), Ando Hakob (Baden/ Super-Leichtgewicht) und Egzon Maliqaj (Super-Weltergewicht) hat das Rüebliland drei Aushängeschilder mit ausgezeichneten Perspektiven. Faraci und Maliqaj sind in ihrer Profi-Karriere noch unbesiegt. Egzon Maliqaj definiert seine ehrgeizigen Ziele folgendermassen: Schweizer-Meister-Titel im 2019, ein europäischer Titel 2020 und ein Jahr später ein WM-Titelkampf.

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