Auch der Senn der Alp Tsermon im Kanton Freiburg soll mit einer zuverlässigen Wasserversorgung ausgestattet werden. Die Pläne zu beiden Projekten stammen vom Wettinger Ingenieurbüro Minikus Vogt + Partner. «Wir wollten zu unserem 50-Jahr-Jubiläum nicht nur feiern, sondern unser Wissen und Können für einen guten Zweck einsetzen», sagt Inhaber Corrado Minikus. Entstanden sind so die Infrastrukturprojekte in Simbabwe und im Kanton Freiburg.

Neue Marktchance mit Schafkäse

Heute ist die Alp Tsermon nur zu Fuss erreichbar und das Quellwasser fliesst aus einer rudimentären Fassung in einen Eimer. Der Senn hält eine Schafeherde für die Fleischproduktion. «Jetzt möchte er in die Käseproduktion einsteigen und dazu Milchschafe halten», sagt Minikus. Um dies zu ermöglichen, muss aber die Infrastruktur wesentlich verbessert werden.

Es braucht eine Zufahrt zur Alp und zuverlässige Wasser- und Abwasseranlagen. «Wir haben das Projekt ausgearbeitet, jetzt kann der Senn entscheiden, wie er weiter vorgehen will.» Das Projekt hat die Koordinationsstelle für Arbeitseinsätze im Berggebiet (KAB) vermittelt. Diese arbeitet mit der Schweizer Berghilfe zusammen.

Wasser für 90000 Leute

Wesentlich grössere Dimensionen hat das Projekt in Ruwa, einer Stadt die zirka 25 km östlich von Harare, der Hauptstadt von Simbabwe liegt. Ruwa besitzt zwar eine Trinkwasserversorgung für ihre rund 90000 Einwohner. «Die Anlagen sind vorhanden, aber in einem schlechten Zustand», sagt Minikus, der im November die Situation in Ruwa untersucht hat. «Zusammen mit dem örtlichen Medair-Vertreter und Leuten der dortigen Wasserversorgung haben wir einen Bericht mit Verbesserungsmassnahmen erstellt.» Medair ist eine Entwicklungshilfeorganisation aus Lausanne.

Die Medair und die Verwaltung müssen nun die Finanzierung des Sanierungsprojektes sicherstellen. Dazu können sie sich an Organisationen wie die Unesco, Entwicklungsbanken oder Entwicklungshilfeorganisationen wenden. Minikus hat bei seinen Abklärungen in Ruwa feststellt, dass theoretisch eine recht gute Trinkwasserversorgung besteht. Das Wasser wird aus einem gestauten Fluss über eine 4,6 km lange Leitung in die Stadt transportiert.

Dort sollte es durch eine Aufbereitungsanlage in ein Becken fliessen, bevor es in den Wasserturm gepumpt wird (Foto). «Die Aufbereitungsanlage funktioniert nur noch zur Hälfte und die Pumpen können nicht mehr genug Wasser in den Turm fördern, um die Nachfrage zu decken.» Ein weiteres Problem ist das Abwasser. Zwar gibt es Kanalisationsleitungen, die das Abwasser in Teiche führen, in denen die Feststoffe sinken sollten. Besonders in der Regenzeit funktioniert das System nur ungenügend. Das Abwasser läuft durch die Strassen und verschmutz kleine Grundwasserbrunnen, die die Leute angelegt haben, weil die grosse Wasserversorgung nicht richtig funktioniert. «Die Folge war im Jahre 2008 eine Choleraepidemie mit über 4000 Toten.» Wie alle diese Mängel behoben werden können, zeigt nun der Bericht des Wettinger Büros.