In einer Birmenstorfer Fischzucht sind rund 7000 Forellen und Karpfen vergiftet worden, offenbar wegen einer Unachtsamkeit bei Sanierungsarbeiten an der darüberliegenden Autobahnbrücke.

Bei der Reinigung mit Hochdruckgeräten lösten sich Betonreste und fielen ins Wasser. Viele der Tiere hätten die Einnahme der giftigen Partikel nicht überlebt, bestätigt Fischzüchter Roman Hufschmid auf Anfrage einen Artikel des «Reussboten».

«Es tut richtig weh», sagt er. Weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Gifte bereits ins Muskelfleisch der Tiere gelangt sind, habe der kantonale Lebensmittelingenieur die fach- und tierschutzgerechte Entsorgung der weiteren Fische im Teich verfügt. Am Dienstag mussten darum weitere Tausende Fische mit Stromstössen getötet werden.

Zementpartikel in Fischmägen

Die von Roman Hufschmid in Auftrag gegebene Laborprobe ergab im Wasser einen Nitritgehalt, der 100-mal höher als erlaubt war.

Im Prüfbericht heisst es, hohe Gehalte an Silizium und Calcium sowie an Schwermetallen seien gefunden worden, wie sie für Gesteinsmaterialien wie Beton üblich seien.

In den Fischmägen befanden sich denn auch Zementpartikel, wie ein Fisch-Tierarzt bei einer Untersuchung feststellte, nachdem er einige Forellen aufgeschnitten hatte.

Die Schadenhöhe kann noch nicht beziffert werden, dürfte sich aber bei mehreren Hunderttausend Franken bewegen.

Nicht nur müssten mehr als vier Tonnen Forellen entsorgt werden, Hufschmid könne in seinen Teichen auch längere Zeit keine Fische mehr halten. Und zwar so lange, bis die letzten Reste der giftigen Spuren weggewaschen sind, so der «Reussbote».

Die Autobahnbrücke auf der A1 führt über die Reuss von Birmenstorf nach Birrhard. Zuständig für die Sanierung der Brücke über dem Teich ist das Bundesamt für Strassen (Astra).

Astra-Sprecher Andreas Rüegger sagt auf Anfrage: «Wir wissen, dass es leider einen Schaden gegeben hat, dass konkret Fische in einem Teich unterhalb der Brücke vergiftet wurden. Derzeit laufen intensive Abklärungen zur Frage, was im Detail passiert ist. Wir klären die Frage mit den verschiedenen Firmen, die mit den Sanierungsarbeiten beauftragt sind.»

Wer den Schaden bezahlt, steht also noch nicht fest. Das giftige Fischfutter von der Autobahnbrücke dürfte zum Juristenfutter werden.

Pech bereits mit Lämmchen

Schon einmal sorgten Tiere von Roman Hufschmid für Schlagzeilen. Er züchtet neben Fischen auch Schafe, und Ende Dezember des vergangenen Jahres, kurz vor Weihnachten, wurden zwei Lämmchen gestohlen. «Gerade zu dieser Jahreszeit habe ich den Verdacht, dass sie an Weihnachten in der Pfanne landen werden», sagte er damals.