Der Vorfall, der das Bezirksgericht Baden am Mittwoch beschäftigte, ereignete sich im Dezember bei einer Baustelle in Ennetbaden. Sicherheitsmitarbeiter Roman Meier regelte den Verkehr und hielt um die Mittagszeit einen älteren Autofahrer per Handzeichen an. Als er sich abdrehte, rollte das Auto jedoch einfach weiter.

«Erst dachte ich, er weiss nicht, ob er warten oder zufahren soll», sagt Meier gegenüber «Tele M1». Doch der Autofahrer ignorierte auch sein weiteres Handzeichen, mit dem er deutlich Stopp signalisierte. Stattdessen sei er erneut weitergerollt und habe dabei sein Schienbein zwei Mal touchiert, so Meier.

Als Begründung gab der 70-jährige Fahrer vor dem Bezirksgericht an, er habe nicht verstanden, warum er so lange warten müsse. Als er ein zweites Mal zum Warten aufgeboten wurde, habe er die Geduld verloren und sei weitergerollt. Er habe den Verkehrskadetten aber nur einmal und nur an der Hose berührt. Ausserdem sei er in psychisch schlechter Verfassung gewesen, weil er und seine Lebenspartnerin beide gesundheitliche Probleme hatten und auf dem Weg zur Kontrolle ins Spital waren, so der Autofahrer vor Gericht.

Dieses sprach ihn wegen Missachtens des Handzeichens schuldig. Der Angeklagte muss eine Busse von 100 Franken und Gerichtskosten von 800 Franken bezahlen.

Meier zeigt sich zufrieden mit dem Urteil. Er wollte dem älteren Herrn einen Denkzettel verpassen. «Ein Handzeichen ist gleich wie ein Rot; da fährt man auch nicht weiter, sondern wartet, bis es grün ist.» (sam)