Der Ennetbadener «Schwanen» wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und rund 135 Jahre lang als Badehotel betrieben. Von einem historischen Moment war deshalb die Rede, als letzten Herbst die Baubewilligung für einen Umbau erteilt wurde.

Das teilweise unter kantonalem Denkmalschutz stehende Gebäude wird saniert und gegen den Hang hin erweitert, wobei die Erscheinung des «Schwanen» bestehen bleiben wird. Vorgesehen sind ein Hotel mit 43 Zimmern, ein Restaurant sowie dahinter 31 Mietwohnungen.

Investitionssumme: 60 Millionen Franken. Der Neubau gilt als wichtiges Puzzleteil bei der geplanten Renaissance des Bäderquartiers, zu der in erster Linie das Botta-Thermalbad auf der gegenüberliegenden Flussseite, aber auch die Neugestaltung der Ennetbadener Badstrasse beitragen sollen.

Neues Baugesuch im Oktober

Die Eröffnung war für 2016 vorgesehen. Nun aber verzögert sich der Umbau des «Schwanen» um ein Jahr, wie die «Ennetbadener Post» berichtet. Für die Verzögerung gebe es zwei Gründe, präzisiert Hans-Rudolf Wyss, Inhaber der Bauherrin Wyss Holding AG, auf Anfrage.

Er nennt einerseits die komplizierten vertragsrechtlichen Positionen. «Andererseits stellte sich heraus, dass die Baukosten deutlich zu hoch gewesen wären, hätten wir das Projekt wie geplant realisiert.»

Mitte Oktober wird die Bauherrschaft ein neues Projekt einreichen. «Wir haben einige Einsparungen geplant, sodass wir jetzt wieder von einer Investition von rund 60 Millionen Franken ausgehen», sagt Wyss. Geplant war ursprünglich, das Hotel mit einem fünfeckigen Komplex zu erweitern.

Die Projektänderung bezieht sich nun auf diesen Annexbau, der hinter dem Hauptbau geplant ist. «Wir verzichten auf eine direkte Verbindung, auf direkte Anbauten», erklärt Hans-Rudolf Wyss.

Er habe ein sehr gutes Bauchgefühl, ein viel Besseres als beim ursprünglichen Projekt, sagt Wyss. «Und auch der Denkmalschutz bevorzugt die neue Idee.» Mitte Oktober soll das Baugesuch eingereicht werden.

Noch nicht erteilt wurde die Baufreigabe für die Wohnbauten an der Hertensteinstrasse, wo die 31 Eigentumswohnungen entstehen sollen. Die Freigabe kann frühestens erteilt werden, wenn die Projektänderungen am «Schwanen» zur Bewilligung eingereicht und deren Auswirkungen überprüft sind.

Imposanter Bau

Erbaut wurde das Hotel 1842/1843. Um die Jahrhundertwende wurde das Gebäude vergrössert, um die Aussicht zu verbessern. Zwischen 1900 und 1910 wurden über den Altbauten zwei weitere Trakte aufgebaut. Danach war der «Schwanen» das imposanteste Hotel der kleinen Bäder, wie der auf Ennetbadener Seite liegende Teil des Bäderquartiers genannt wird.

1976 schloss das einst stolze Hotel seine Türen und wurde nach einer sanften Renovation als Bürogebäude genutzt. Jahrelang diente es der Gähler und Partner AG als Hauptsitz – dem Unternehmen, das nun für Architektur und Planung der Überbauung verantwortlich ist.