Würenlos
22 Asylsuchende zugewiesen - Gemeinde greift auf Plan B zurück

Der Kanton hat mit einem Zuweisungsentscheid verfügt, dass die Gemeinde Würenlos per 2.November 22 Asylsuchende unterbringen muss. Kommt sie dieser Pflicht nicht nach, muss sie rund 900'000 Franken pro Jahr Ersatzabgabe bezahlen. "Ein überrissener Betrag", findet Vizeammann Anton Möckel.

Merken
Drucken
Teilen
Der Gemeinde Würenlos wurden 22 Asylsuchende zugewiesen

Der Gemeinde Würenlos wurden 22 Asylsuchende zugewiesen

Walter Schwager

Rund 900'000 Franken pro Jahr müsste Würenlos insgesamt an Ersatzabgaben bezahlen – falls die Gemeinde die 22 Asylsuchenden, die ihr zugewiesen wurden, nicht unterbringt. «Das ist ein überrissener Betrag. Wir werden auf keinen Fall diese Ersatzabgabe leisten», sagt Anton Möckel, Vizeammann und Ressortvorsteher Soziales. Auch, weil dieser Betrag fast fünf Steuerprozenten entspräche. Aus diesem Grund werden Anfang November 22 Asylsuchende in der Zivilschutzanlage «Wiemel» untergebracht.

Wegen Unstimmigkeit: weniger Plätze den Verbundsgemeinden angerechnet

Dass Würenlos mehr Asylsuchende aufnehmen muss als die vier Personen, die derzeit in der Gemeinde leben, war nicht vorgesehen. Denn: Würenlos löst die Asylfrage, genau wie Ehrendingen, Killwangen, Neuenhof, Niederrohrdorf, Oberrohrdorf und Stetten, im Verbund. Die Vereinbarung hat das Ziel, einen rechnerischen Ausgleich zwischen den einzelnen Verbundsgemeinden zu schaffen. Das ist möglich, weil in Neuenhof eine kantonale Asylunterkunft steht und darin deutlich mehr Asylsuchende leben, als die Gemeinde aufzunehmen hat.

Doch nun gibt es eine Unstimmigkeit darüber, wie die Zuweisung zwischen kantonaler und gemeindeeigener Unterkunft in der Standortgemeinde Neuenhof vonstattengehen soll. Dies führt dazu, dass den Verbundsgemeinden weniger Plätze angerechnet werden können. Deshalb hat der Kanton denjenigen Gemeinden, die ihren Soll-Bestand nicht erfüllen, eine Zuweisungsverfügung verschickt. Dazu gehört auch Oberrohrdorf: Die Gemeinde muss 17 Asylsuchende aufnehmen (die az berichtete).

Ohne Störung der Anwohnerschaft

«Das kantonale Departement Gesundheit und Soziales hat uns im Voraus informiert. Für uns kam dieser Entscheid deshalb nicht überraschend. Trotzdem mussten wir rasch einen Plan B entwickeln», sagt Möckel. Da Würenlos über keine entsprechende Liegenschaft verfügt oder anmieten kann, kommt als kurzfristig umsetzbare Lösung die Zivilschutzanlage infrage.
«Uns ist es aber auch wichtig, dass sich die Menschen an der frischen Luft aufhalten können», erklärt Möckel. Aus diesem Grund wird oberhalb des Eingangs der Zivischutzanlage ein Container als Aufenthaltsraum aufgestellt. Der Betrieb der Unterkunft soll ohne Störung der Anwohnerschaft gewährleistet werden können, sagt der Vizeammann.

Orientierungsveranstaltung:
Mittwoch, 12. Oktober, 19 Uhr,
Zivilschutzanlage «Wiemel».