200 Jahre Ennetbaden

200 Jahre seit der Trennung von Baden: Fulminantes Finale in Ennetbaden

Mit «Schweiz aktuell» auf dem Postplatz wurde die Theater-Trilogie «Ännet!» zum 200-Jahr-Jubiläm abgeschlossen.

Freitagabend auf dem Ennetbadener Postplatz: Es giesst wie aus Kübeln. Aus den Feuerstellen sprühen zischend Funken. Der Glühwein wird rasch verwässert; Raclette, Gerstensuppe und Hot-Dogs hingegen leisten hartnäckig Widerstand: Durst und Appetit tun die himmlischen Sturzbäche kaum Abbruch, und wenn doch, so locken Schärmen und Sitzgelegenheiten ins Fondue-Chalet.

Von dort allerdings gibt es keine Sicht auf die Eurovision-Übertragung von «Schweiz aktuell» aus dem «Limmet TV»-Studio.

Ganz so frei wie daheim vom Sofa aus ist die Sicht – zufolge einer geballten Ladung aufgespannter Schirme – allerdings auch draussen nicht. Neugierige und Festfreudige nehmen es fröhlich in Kauf, schliesslich ist eine «Schweiz aktuell»-Direktsendung vom Postplatz einmalig. Weit und breit nichts von Sabine Dahindens Dauerlächeln aus Mühleberg oder von Michael Weinmanns Trip nach Kourou.

Die Drahtzieher aus Baden im Live-Interview

Solche SRF-Reportagen sind allerdings Peanuts gegen jene von «Limmet TV»: Hier im Studio Ennetbaden und mit Direktschaltungen nach Aarau leisten die Reporterinnen wahrhaft Übersinnliches! Denn – man hört und staunt – es wird nicht nur über äusserst wichtige Geschehnisse aus dem Jahre 1819 berichtet – nein – es werden auch zahlreiche Persönlichkeiten aus jener Zeit live interviewt.

Es sind vor allem jene Drahtzieher aus Baden, welche die Trennung vom mausarmen Ennetbaden mit allen Mitteln vorangetrieben hatten, allen voran Badens Stadtammann Baldinger (Francesco Fiordeponti). Aus Aarau nimmt als Höhepunkt Regierungsrat Lüscher Stellung zur Trennung der beiden Gemeinden Stellung: Nach zähen Verhandlungen hatte die Kantonsregierung ein entsprechendes Dekret erlassen, das nach Zustimmung durch den Grossen Rat am 22. Dezember 1819 in Kraft getreten war.

Es lebe die Werbung

Das sich zu Ende neigende Jubiläums-Jahr ist mit einer ganzen Reihe von grossen und kleineren Festivitäten gefeiert worden. Den Schlusspunkt bildete am Wochenende nebst dem Weihnachtsmarkt und dem Lichterspektakel auf dem Postplatz auch der letzte Teil der Theatertrilogie «Ännet!» – der fiktiven Sondersendung von «Schweiz aktuell», sowie ein Staatsakt.

Mit dem grossen Freilicht-Festspiel «Geburtstag für die Türggen» als zweiten Teil, hatte die Trilogie im September ihren Höhepunkt erlebt. Als erster Teil war im Mai im Landvogteischloss unter dem Titel «Baden hat genug» ein spannender Einakter – zusammengesetzt aus historisch belegten Fakten und humorvollen Fiktionen – aufgeführt worden.

200 Jahre Ennetbaden: Szenen des Lichterspektakels von Pascal Arnold

200 Jahre Ennetbaden: Szenen des Lichterspektakels von Pascal Arnold.

Verschiedene jener handelnden ­Figuren tauchten nun erneut in «Schweiz aktuell» auf. So weckte die Sendung Erinnerungen und rundete die vom Ruth und Röbi Egloff iniitierte und mit einem hochmotivierten Ensemble umgesetzte Trilogie begeisternd ab. Dies umso mehr, als in diesem «Schweiz aktuell» mit Werbe-Unterbrechungen auch der Humor nicht zu kurz kommt.

Geworben wird hier – logo – für Ennetbadener Wein, den der Badener Stadtweibel (Bruno Kocher) aus vollen Zügen geniesst. Mit den Worten «ändlich Fyrobe und Rueh vo däm Gschtürm» schenkt er sich immer wieder ein und lobt den «Goldwändler» in den höchsten Tönen.

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