Ist es übertrieben, Felix Meier, Geschäftsführer der Müllerbräu in Baden, als wichtigsten Mann der kommenden Badenfahrt zu bezeichnen? Einerseits nein, denn ohne Getränke – nicht zuletzt Bier – kein Fest. Andererseits ja, denn Meier ist zwar für die Getränkelogistik verantwortlich, kann dabei aber auf ein Team mit rund 80 Mitarbeitern, angeführt von Daniel Umbricht, vertrauen. Für Meier selbst ist es nach der Badenfahrt 2007 und dem Stadtfest 2012 der dritte Grossanlass.

«Wir sind bereit, alles läuft nach Fahrplan», sagt Meier, der gerade vor der neuen Abfüllanlage steht, in die Müllerbräu 700 000 Franken investiert hat. «Dies aber unabhängig von der Badenfahrt», betont Meier. Eindrückliche Zahlen nennt der Müllerbräu-Chef auch in Bezug auf die Badenfahrt. Er rechnet mit einem Absatz von rund 1500 Hektolitern Bier – rund die Hälfte Offen-Bier und die andere Hälfte Dosenbier (150 000 Dosen). «Selbst wenn wir einen Jahrhundert-August erleben sollten – was ich natürlich hoffe – wird uns das Bier nicht ausgehen.» 500 Hektoliter in Fässern und rund 30 000 Bierdosen würden als Reserve bereitstehen.

Wenn man diese Zahlen hört, stellt sich automatisch die Frage, ob Müllerbräu an der Badenfahrt das Geschäft des Jahrzehnts macht – zumal alle 100 Beizenbetreiber und 100 Stände Bier und Mineral zwingend bei Müllerbräu beziehen müssen und dies laut Auskunft des Müllerbräu-Chefs auch streng kontrolliert werde. Felix Meier winkt ab. «Wenn alles rund läuft und das Wetter mitspielt, dann schauen am Ende des Fests ein paar 10 000 Franken raus.» Es sei sicher nicht so, dass man an der Badenfahrt 20 bis 30 Prozent des Jahresumsatzes erziele, wie immer mal wieder herumgeboten werde.

Dass Müllerbräu nicht den grossen Reibach macht, hat seinen Grund: Der Sponsoringvertrag mit dem Fest-OK beinhaltet nämlich, dass Müllerbräu für die ganze Getränkelogistik verantwortlich ist. So präsentiert Meier auch hier eindrückliche Zahlen. Rund 700 Kühlschränke, 160 Durchlaufkühler und 180 Buffets werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Weil Müllerbräu selber nicht über so viel Mobiliar verfügt, wird ein Teil gemietet. «Zudem helfen sich die Brauereien untereinander aus bei solchen Grossanlässen», erklärt Meier.

Interview mit Felix Meier, Geschäftsführer der Müllerbräu

Interview mit Felix Meier, Geschäftsführer der Müllerbräu

Felix Meier, Geschäftsführer der Müllerbräu, zu den Vorbereitungen auf die Badenfahrt.

Weinkauf: «freiwillig-verpflichtend»

Doch mit dem Mobiliar ist es nicht getan. An insgesamt fünf Getränkedepots – diese sind während der Festzeiten rund um die Uhr mit zwei Mann besetzt – wird dafür gesorgt, dass die Festbeizen jederzeit über genügend Getränke verfügen beziehungsweise jederzeit Nachschub holen können. «Die ganz grosse Herausforderung besteht darin, dafür zu sorgen, dass die Getränke immer schön kühl sind – niemand mag lauwarmes Bier», so Meier.

Deshalb stünden neben den Depots rund 30 Kühlwagen im Einsatz. Um diesen Service überhaupt gewährleisten zu können, wird der Personalbestand für die Badenfahrt von 50 auf 80 Mitarbeiter erhöht. «Wir bauen quasi eine zweite Speditionsabteilung auf. Denn man darf nicht vergessen, dass wir während der Badenfahrt unsere rund 700 bestehenden Kunden ganz normal beliefern», sagt Meier.

Bei Wein und Spirituosen besteht übrigens für die Beizen kein Kaufzwang bei Müllerbräu. Meier: «Es ist freiwillig-verpflichtend, Wein und Spirituosen bei uns zu beziehen», sagt er mit einem Schmunzeln, um ernst anzufügen: «Unser Ziel ist es natürlich, unsere Logistikplattform so gut wie nur möglich zu nutzen.» Die ganz grosse Aufgabe sei jetzt die Vorbereitung der Erstauslieferung an die rund 200 Beizen und Stände.

«Die Bestellungen sind eingegangen und füllen eine Excel-Tabelle, die bis Ennetbaden reicht», so Meier mit einem Lachen. Im Vergleich zum Stadtfest 2012 gestalte sich die ganze Logistik auch deshalb etwas komplexer, weil Müllerbräu viel mehr Biersorten anbiete als noch vor fünf Jahren und auch die Wünsche der Beizen entsprechend vielfältiger seien.

Trotz der grossen Verantwortung und der Arbeitsbelastung freut sich Meier auf die Badenfahrt. «Wenn ich am ersten Freitagabend sehe, dass alles rund läuft, bin ich der glücklichste Mensch.» Er werde ganz bestimmt jeden Abend irgendwo an der Badenfahrt anzutreffen sein und mit einem kühlen Müllerbräu auf ein hoffentlich unvergessliches Fest anstossen.