Die Würenloser Gemeindeversammlung stand ganz im Zeichen des Sparens. Gemeinderätin Karin Funk, die das Ressort Finanzen betreut, stellte das Sparpaket des Gemeinderates vor. Mit diesem wird die Rechnung um rund 500 000 Franken entlastet. «Wir können keine neuen, nicht zwingende Aufgaben übernehmen», betonte Funk. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist in Würenlos auf 4048 Franken angewachsen und damit die höchste im Bezirk Baden. Zudem kündigte sie weitere Sparvorschläge für die Wintergemeindeversammlung an. «Wir haben das Sparpaket sehr positiv zur Kenntnis genommen», sagte Cosuelo Senn, Präsident der FDP. Er ergänzte zudem, dass es nicht der Gemeinderat sei, der das Geld ausgebe: «Wir müssen Konsumverzicht praktizieren» ,sagt er zur Gemeindeversammlung. Franz Müller (CVP) wies auf die steigenden Kosten bei der Musikschule hin. Hier und im Bereich der Kindergärten erwarte die Partei weitere Kosteneinsparungen. Zudem regte er an, die Elektrizitäts- und Wassergebühren zu senken und im Gegenzug den Steuerfuss zu erhöhen.

Die Rechnung 2013 der Gemeinde wurde einstimmig angenommen. Bei einem Umsatz von knapp 22,9 Millionen Franken weist sie einen Verlust von 139 000 Franken auf. Weil die Nettoinvestitionen nur zu einem geringen Teil selber bezahlt werden konnten, stiegen die Schulden um weitere 4 Millionen Franken. Um die im Finanzplan für die laufende Legislaturperiode aufgeführten Investitionen von 13,5 Millionen Franken bezahlen zu können, benötigte die Gemeinde einen Cash Flow von 3,3 Millionen Franken, effektiv erreicht sie nicht einmal die Hälfte davon. Das Fazit, so Funk: «Alle nicht notwendigen Investitionen müssen gestrichen werden.»

Heisse Diskussion um den Sportplatz

Als Ersatz für den Sportplatz Ländli plante die Gemeinde seit längerem Sportplätze im Tägerhard. Nun unterbreitete der Gemeinderat der Gemeindeversammlung einen Projektierungskredit von 160 000 Franken und stellte den Antrag, diesen abzulehnen. «Sie müssen über den Projektierungskredit entscheiden, weil dieses Geschäft einen grossen Einfluss auf die Gemeindefinanzen hat», sagte Gemeindeammann Hansulrich Reber. Gemeinderat und Finanzkommission sind überzeugt, dass sich Würenlos momentan keinen Sportplatz leisten kann. Finanzkommissionspräsident Marco Galli warnte zudem vor den jährlichen Betriebskosten: «Sie dürften rund 1,5 Steuerprozente ausmachen.» Die Erstellungskosten sind auf 5,4 Millionen Franken geschätzt. Auch mehrere Versammlungsteilnehmer vertraten die Ansicht, dass jetzt nicht der Zeitpunkt für das Projekt sei. Mit dem Aufruf «Hilfe, wir Platzen aus allen Nähten», stellte Daniel Zehnder dagegen die Situation des der Fussballer dar, die dringend auf einen neuen Sportplatz angewiesen sind. Unterstützt wurde er von Marcel Moser als Sprecher der Ortsbürger. Diese besitzen beim geplanten Sportplatz Gewerbeland. Mit der vorgesehenen Erschliessung des Sportplatzes könnte dieses Land verkauft werden: «Damit übernehmen die Ortsbürger einen Teil der Erschliessungskosten.» Er forderte die Versammlung auf, den Projektierungskredit zu genehmigen. SVP Präsident Thomas Zollinger sagte: «Wir möchten das Projekt unterstützen, aber es ist zu teuer.» Schliesslich überwogen die Argumente der Sportler, abe auch deren zahlreiche Anwesenheit an der Gemeindeversammlung gaben den Ausschlag für das Ja zum Kredit.