Baden
15 Porträts von jüdischen Persönlichkeiten illustrieren die Vielfalt der Schweizer Juden

Am 14. Januar 1866 gewährte das Schweizer Volk an der Urne den Juden die Niederlassungsfreiheit. Das Historische Museum Baden zeigt eine Fotoausstellung über die 150-jährige Emanzipationsgeschichte der Schweizer Juden.

Karin Renold
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Ruth Dreifuss ist eine der 15 Porträtierten jüdischen Persönlichkeiten.

Ruth Dreifuss ist eine der 15 Porträtierten jüdischen Persönlichkeiten.

Das historische Museum Baden zeigt vom 6. November bis zum 14. Dezember die Fotoausstellung «Schweizer Juden: 150 Jahre Gleichberechtigung». Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund SIG und das Kornhausforum Bern konzipierten die Ausstellung, die sich über alle Stockwerke des Landvogteischlosses erstreckt.

Anlass dafür ist das 150-jährige Jubiläum der offiziellen Gleichstellung der Schweizer Juden und den übrigen Schweizer Bürgern in der Bundesverfassung: Am 14. Januar 1866 gewährte das Schweizer Volk an der Urne den Juden die Niederlassungsfreiheit. Zuvor wurden sie in der Schweiz über Jahrhunderte verfolgt, vertrieben und ausgegrenzt und sie durften nur in den Gemeinden Lengnau und Endingen in der damaligen Grafschaft Baden wohnen.

Porträts aus der ganzen Schweiz

Der Berner Fotograf Alexander Jaquement hat 15 bekannte und unbekannte Jüdinnen und Juden aller Altersklassen, Gesellschaftsschichten und Landesteilen fotografiert. Darunter sind Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss und Schauspieler Joel Basman sowie der Viehhändler Jules Bloch aus Endingen. Die Porträtierten posierten an selbst gewählten Orten, erzählen von ihren Träumen und Leidenschaften und davon, was das Judentum und dessen Emanzipation für sie bedeuten. So soll das jüdische Selbstverständnis in der Schweiz widergespiegelt werden.
«Die Porträts beweisen, dass die hiesigen Jüdinnen und Juden ihren Platz in der Schweizer Gesellschaft gefunden haben», schreibt das Museum in einer Mitteilung.

Musikalisch begleitete Vernissage

Die Vernissage findet am Sonntag, 6. November um 11 Uhr statt. Der Eintritt ist kostenlos, doch eine Anmeldung beim Historischen Museum ist erforderlich. Zusammen mit dem Kulturpublizist Roy Oppenheim diskutiert Josef Bollag, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Baden, über die Stadt als Tor zur jüdischen Emanzipation. Im Anschluss gibt es ein Konzert mit israelischen und jüdischen Traditionsliedern sowie einen koscheren Apéro.

Im Rahmen der Ausstellung lädt Josef Bollag am 1. Dezember um 18 Uhr zu einem jüdischen Geschichtsabend ein und am 4. Dezember um 11 Uhr findet eine öffentliche Führung mit Erzählungen zum Leben der Juden früher und heute statt. Am 11. Dezember um 11 Uhr kann während eines Stadtspaziergangs mehr über den Weg zur jüdischen Emanzipation und Integration erfahren werden.

Ab dem 18. Dezember ist die Ausstellung «Schweizer Juden – 150 Jahre Gleichberechtigung» bis Anfang Januar 2017 in der Synagoge Lengnau ausgestellt.

Schweizer Juden Sonderausstellung
Vernissage Sonntag 6. November, 11 Uhr, Freier Eintritt,

Anmeldung: 056 222 75 74 oder hist.museum@baden.ch

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