Neuenhof

az-Wahlkampfbus: Beim Thema Verkehr kamen Kandidaten in Fahrt

Der az-Wahlkampfbus fährt auf dem Rüsler vor

Der az-Wahlkampfbus fährt auf dem Rüsler vor

Wo besser als auf dem Rüsler mit Blick auf die Autobahn A1 liesse sich über Verkehrspolitik streiten? Sechs Aspirantinnen und Aspiranten auf einen Nationalratssitz lieferten sich auf dem Rüsler eine lebhafte Debatte.

Bevor Moderator und az-Chefredaktor Christian Dorer die sechs Nationalratskandidatinnen und -kandidaten im Restaurant Rüsler aber aufeinander losliess, versuchte er jeden einzelnen mit einer persönlichen Frage aus der Reserve zu locken.

So antwortete CVP-Nationalrätin Esther Egger auf die Frage, ob das Parlament bei der Verkehrspolitik die Übersicht verloren habe: «Es ist in der Tat so, dass niemand mehr richtig weiss, wohin welche Steuer fliesst.» Dorer an die Adresse von Thierry Burkart (FDP-Präsident und TCS-Präsident): «Ist es wahr, dass Sie sich für alle Verkehrsträger einsetzen?» Burkart: Ja, der öV dürfe nicht gegen den Individualverkehr ausgespielt werden. «Wir alle brauchen öV und iV», so Burkart, der mit dieser nicht ganz präzisen Abkürzung für einige Lacher sorgte.

Der az-Wahlkampfbus kommt in Fahrt

Der az-Wahlkampfbus kommt in Fahrt

Derweil gab Jonas Fricker (Grüne) zu, beim Fliegen jeweils ein schlechtes Gewissen zu haben. Und SVP-Nationalrat Luzi Stamm führte - wenig erstaunlich - aus, dass am vielen Verkehr auch die grosse Zuwanderung schuld sei. Das wiederum wollte Cédric Wermuth (SP) so nicht stehen lassen und forderte viel mehr die Abschaffung der Zwei-Klassen-Gesellschaft in Zügen. Lilian Studer (EVP) plädierte derweil für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Mobilität.

Wahlkampfarena im Gasthof

Nach der Eröffnungsrede verwandelte sich das gemütliche Restaurant Rüsler schnell in eine regelrechte Wahlkampfarena. Darüber, dass es mit dem Verkehr grosse Probleme gibt, herrschte grösstenteils Einigkeit. Darüber, wie diese zu lösen seien, gingen die Meinungen erwartungsgemäss auseinander.

Preise erhöhen oder senken, Infrastruktur ausbauen, öffentlicher Verkehr fördern oder bessere Bedingungen für den Individualverkehr schaffen? Bald schon entbrannte eine intensive Debatte, in der sich hin und wieder auch die anwesenden Gäste zu Wort meldeten.

Ein Besucher fasste das Gehörte am Ende passend zusammen: «Wenn ich Sie hier so debattieren höre, frage ich Sie: Wie werden Sie sich als Nationalrat einbringen, damit wir wieder ein besseres Parlament erhalten?» Wermuth war um eine klare Antwort nicht verlegen: Das Parlament sei besser als sein Ruf. Klar, man müsse gemeinsam nach Lösungen suchen, «doch bereits mit dem Kompromiss zu beginnen ist sicher falsch».

Am Ende wollte Christian Dorer wissen, mit welcher Schlagzeile die sechs Kandidaten gerne in der Zeitung für sich werben würden. Eine nicht ganz einfache Übung, wie sich zeigen sollte. Dorer: «Herr Stamm, eine Schlagzeile; Sie haben mir jetzt gerade einen Leitartikel geliefert.»

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