Mit den 125 Einsprechern habe man sich nach harten, aber konstruktiven Verhandlungen einigen können, teilte das Aargauer Departement Bau, Verkehr und Umwelt am Freitag mit. Streitpunkt war ein befürchteter Anstieg des Grundwasserspiegels. Die Einsprachen hatten sich jedoch in erster Linie gegen das erste vom Stromkonzern Axpo AG eingereichte Projekt gerichtet. Die Kraftwerksbetreiberin hatte dieses Gesuch im Frühjahr 2010 zurückgezogen und im Sommer 2010 ein neues Gesuch gestellt.

Darin enthalten ist eine Dichtwand enthalten, welche die Problematik mit dem Grundwasser-Pegelstand lösen soll. Beim Rüchlig werden nun die Maschinengruppen 1 bis 3 erneuert und eine zusätzliche vierte Turbine erstellt. Die Turbinenleistung soll ungefähr 10 Megawatt betragen. Gemäss der Axpo ist dies eine ähnlich hohe Turbinenleistung, wie sie das bestehende Kraftwerk liefert. Dank höherem Wirkungsgrad soll die Jahresleistung trotzdem um 7,2 Gigawattstunden auf 67,7 Gigawattstunden steigen.

Pionieranlage für Fischabstieg

Die Axpo baut eine neue Bootsübersetzstelle, zwei neue Fischtreppen und die schweizweit erste Anlage, die einen Fischabstieg ermöglicht. Dazu sind bei Hauptkraftwerk zwei Öffnungen vorgesehen. Die Restwassermenge muss von heute 10 Kubikmeter pro Sekunde auf 30 bis 40 Kubikmeter pro Sekunde erhöht werden. Die Wassermenge, die im Fall eines Hochwassers abgeführt werden kann, steigt damit um 1000 Kubikmeter pro Sekunde auf 1400 Kubikmeter pro Sekunde.

Ökologische Ausgleichsmassnahmen

Die Axpo muss für die Konzession Uferbuchten am Oberwasser Wehr, im Unterwasser Aare und im Unterwasser Kanal schaffen. Zudem erstellt der Stromkonzern einen Amphibienteich auf der Zurlindeninsel und strukturiert das Ufer der Kettenbrücke.

Weiter muss der Auenwald Summergrien wiederbelebt werden und die Kraftwerksumgebung naturnah gestaltet werden. Der Bau der Neuerungen am Kraftwerk Rüchlig dauert zwei Jahre. Die Bauphase wird von einer beratenden Kommission begleitet.