Auto-Kontrollschild
Noch ein Tag läuft die Auktion für AG 55 – und schon sind über 132'000 Franken geboten

Schon nach drei Tagen Auktion gab jemand für das Auto-Kontrollschild AG 55 ein Gebot ab, das fast doppelt so hoch war wie der bisher höchste Preis. Noch nie wurde im Aargau auch nur annähernd soviel für ein Schild bezahlt. Und die Auktion ist noch nicht vorbei.

Mathias Küng 8 Kommentare Aktualisiert
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Richard Spathelf vom Strassenverkehrsamt mit den beiden begehrten Nummern hat schon jetzt Grund zur Freude.

Richard Spathelf vom Strassenverkehrsamt mit den beiden begehrten Nummern hat schon jetzt Grund zur Freude.

Alex Spichale

Vor einigen Tagen wurde an dieser Stelle eine ganz besondere Versteigerung von Auto-Kontrollschildern angekündigt: Nämlich von AG 55 und AG 555 555. Seit Donnerstagabend läuft die Auktion. Und die AG 55 ging seither ab wie eine Rakete.

Bis am Sonntagabend bot jemand dafür auf der Versteigerungsplattform des Kantons bereits knapp über 100'000 Franken. Bis am Dienstag – also eineinhalb Tage vor Auktionsende - kletterte der Preis über 362 Gebote auf unglaubliche 132'400 Franken. Und es sind nicht etwa nur zwei Interessenten, die sich gegenseitig überbieten. Rund ein halbes Dutzend Interessenten sind in der Ausmarchung vorn dabei. Deutlich weniger gefragt ist demgegenüber AG 555 555. Das Gebot lag am Dienstagmorgen bei 16'200 Franken.

Ein Blick auf die laufenden Auktionen (Stand: Dienstag, 08.00 Uhr).

Ein Blick auf die laufenden Auktionen (Stand: Dienstag, 08.00 Uhr).

Screenshot auktion-ag.ch

Bisheriger Bieterrekord im Aargau liegt bei 70'000 Franken

Egal ob der Preis noch weiter raufgeht oder nicht, der bisherige Rekord wird pulverisiert. Bisheriger Rekordhalter ist nämlich seit über 20 Jahren das Nummernschild AG 25, für das jemand einst 70'000 Franken auf den Tisch legte.

Was am Schluss für AG 55 bezahlt wird, wissen wir erst am 22. September um 21 Uhr. Dann geht die Auktion zu Ende. Überbietet dann hingegen jemand unmittelbar vor 21 Uhr das bestehende Gebot, verlängert sich die Auktion pro neues Gebot um fünf Minuten. Man habe schon erlebt, dass sich Interessenten bis zwei Stunden lang gegenseitig überboten, sagt Richard Spathelf, stellvertretender Chef des Strassenverkehrsamts. Ob das auch bei AG 55 und AG 555 555 passiert, erfahren wir somit erst am späten Abend des 22. September.

Überholt AG 55 noch das teuerste St. Galler Kontrollschild SG 1?

Am meisten bezahlt wurde in der Schweiz bisher für das Kontrollschild ZG 10, nämlich unglaubliche 233'000 Franken. VS 1 brachte 160'300 Franken. Mit dem aktuellen Gebot vom Dienstagmorgen von 132'400 Franken ist AG 55 derzeit gesamtschweizerisch das siebtteuerste Kontrollschild überhaupt. An sechster Stelle liegt derzeit SG 1. Dafür zahlte schon im Jahr 2013 jemand 135'000 Franken. Knackt AG 55 diese Grenze, oder gar noch mehr?

Was geschieht eigentlich mit dem Geld?

Dass der Kanton mit solchen Auktionen viel Geld einnimmt, blieb natürlich nicht verborgen. In einer Motion verlangen darum mehrere Grossräte von SVP, FDP und Die Mitte (Sprecher Roland Vogt/SVP), das Geld künftig zweckgebunden für die Sicherheit der Kinder im Strassenverkehr einzusetzen.

Vergangenen Freitag beantwortete die Regierung die Motion. Sie lehnt sie ab. Bei Verkehrssicherheitsbeurteilungen werde stets auch die Sicherheit von Strassenüberquerungen inklusive Beleuchtung und von Schulwegen an Kantonsstrassen einbezogen, schreibt sie in ihrer Antwort. Bezahlt wird das aus der Strassenrechnung. Für Verkehrsunterricht an Kindergärten und Schulen seien die Regionalpolizeien verantwortlich. Der Vorstoss kommt nach den Herbstferien in den Grossen Rat. Dieser entscheidet, ob alles bleibt wie bisher oder ob mit den Einnahmen ein Fonds zur Sicherheit der Kinder geäufnet wird.

Die Einnahmen aus der Versteigerung besonderer Auto- und Motorrad-Kontrollschilder kommen bisher integral der Kantonskasse zugute. Nicht zuletzt dank der jetzt laufenden Auktion wird der Kanton in diesem Jahr auf diese Weise über eine Million Franken kassieren. Denn bis am 26. August hat das Strassenverkehrsamt auf diese Weise in diesem Jahr bereits 942'000 Franken eingenommen.

8 Kommentare
Iris Katja Monni

Es kommt ja dem Kanton zugute. Also jedem im Kanton. Und übrigens kann ja jeder Spenden,  unabhängig von einer Versteigerung, wenn er das Gefühl hat, irgendwer braucht Unterstützung.

Stéphane Zimmermann

So etwas gibt es nur in der Schweiz. Durch das Anbringen einer möglichst tiefen Kontrollschildnummer am eigenen Auto wird das "Mehr Schein als Sein" und das Wohlgefühl desjenigen Käufers enorm gesteigert. Gerade in der heutigen Zeit wäre wohl ein wenig Zurückhaltung wichtiger und der Bieter könnte den eingesparten Betrag direkt denjenigen überweisen, welche diesen Betrag für sich und deren Familien dringend nötiger hätten. Aber es gilt halt immer noch: Geld regiert die Welt". Alles schade, nicht?

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