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Ausland-Aargauer stimmten für den Gegenvorschlag

Ein Versuch von 2010 bis 2012 soll klären, wie sicher Online-Abstimmungen sind.

Die Plattform «Vote électronique»

Ein Versuch von 2010 bis 2012 soll klären, wie sicher Online-Abstimmungen sind.

Die im Ausland lebenden Aargauer haben zum ersten Mal über das Internet abstimmen können. Viele machten davon Gebrauch, wie die Stimmbeteiligung von 40,3 Prozent zeigt. Und: Sie befürworteten bei der Ausschaffungsinitiative den Gegenvorschlag.

1229 der über 6000 im Ausland lebenden Aargauer haben für die Abstimmung vom 28. November von der Internetplattform Gebrauch gemacht - nur knapp hundert mehr haben brieflich abgestimmt. Daraus resultiert eine Stimmbeteiligung von guten 40,3 Prozent. Die erste, die vom 650 000 Franken-Projekt Gebrauch machte, war eine 80-jährige Frau.

Dass selbst längst Pensionierte mit der Plattform zu ranke kommen, verwundert wenig. Im Feedback wurde durchwegs die klare Benutzerführung des Systems gelobt.

Darauf wurde auch ganz besonders geachtet, wie Urs Meier, Generalsekretär der Staatskanzlei gegenüber azNetz sagt. Wer online abstimmen will, erhält vorab ein Schreiben, dem ein Rubbelcode beiliegt. Dieser verschafft einem zusammen mit dem persönlichen Geburtsdatum Zugang zur Abstimmungsplattform auf www.webvote.ch.

Ja zum Gegenentwurf, nein zur Steuerinitiative

Dennoch: Von den Aargauern, die von der neuen Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, ist die Hälfte zwischen 25 und 50 Jahre alt. Der Frauenanteil liegt bei 44 Prozent.

Bei den im Ausland lebenden Schweizern fiel die Ausschaffungsinitiative mit 57 Prozent der Stimmen deutlich durch. Noch deutlicher hingegen das Ja zum Gegenvorschlag: 61 Prozent votierten für die Vorlage der Mitteparteien.

Mit den zu Hause im Aargau lebenden einig sind sie sich hingegen bei der SP-Steuerinitiative. Nur gerade 42 Prozent der Auswanderer unterstützten diese.

Vom Kanton Zürich profitieren

Obwohl die überschaubare Plattform schlicht und einfach wirkt, verschlingt sie bis 2012 rund 650 000 Franken. Denn das System muss laufend auf den neusten Sicherheitsstandards gehalten werden - keine einfache Aufgabe in der schnellen Welt des Internets. Vor allem bei den sensiblen Daten, die hier gesammelt werden.

Damit alles gut geht, wird der laufende Versuch eng von der Bundeskanzlei begleitet. Sie muss jede Abstimmung einzeln bewilligen.

Die Ausgaben fallen dennoch vergleichsweise moderat aus. Denn der Aargau kann auf der schweizerischen Pionierleistung des Kantons Zürich aufbauen. Dieser investierte zuvor im Alleingang mehrere Millionen in die Entwicklung von «Vote électronique», so Meier.

Bald auch im Aargau online abstimmen

Heute laufen in zwölf Kantonen Versuche mit «Vote eléctronique». Zwischenfälle gab es am letzten Abstimmungssonntag keine. Insgesamt hatten 193 000 Stimmberechtigte Zugang zum neuen System - davon Gebrauch gemacht haben aber nur rund 15 Prozent.

Geht in dem zwei Jahre dauernden Versuch mit den Auslandaargauern alles gut, ist geplant, die Tests fortzuführen und auch im Aargau erste Gemeinden miteinzubeziehen. Eine endgültige Einführung ist aber noch nicht absehbar. (mik)

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