Die Auswirkungen der monatelangen Trockenheit sind in allen Teilen des Kantons spürbar. Die Bäche und Flüsse führen so wenig Wasser wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Und die Abflussmengen sinken jeden Tag weiter. Erste Gewässer sind bereits ausgetrocknet.

In Kombination mit warmem Wasser ist dies vor allem für Fische gefährlich. Mehrere kritische Bachabschnitte mussten bereits ausgefischt und Tiere umgesiedelt werden, wie die kantonale Abteilung Landschaft und Gewässer (BVU) mitteilt.

Bauern drohen weitere Kosten

Hält die Trockenheit an, ist laut Kanton sogar ein Fischsterben zu befürchten. Ein solches könne nur durch einen «solidarischen Verzicht auf Wasserentnahmen» verhindert werden. Damit richtet sich der Kanton in erster Linie an die Bauern. Entspannt sich die Lage in den kommenden Tagen nicht, soll das Verbot der Wasserentnahme auch auf grössere Gewässer ausgeweitet werden.

Für einzelne kleine Bäche ist ein solches Verbot bereits in Kraft. Wer seine Felder mit Wasser aus Aare, Reuss, Limmat, Rhein sowie dem Hallwilersee bewässern will, erhält derzeit nur noch temporäre Bewilligungen. Diese werden individuell vom BVU erteilt und sind abgabepflichtig.

Trinkwasser zum Selbstkostenpreis

Eine Ausweitung des Verbots hätte einschneidende Auswirkungen auf einzelne Bauern. Müssen die Kulturen bewässert werden, braucht es teueres Trinkwasser. Bezahlen die Landwirte für das Wasser aus dem Bach jährlich 500 Franken, kostet der Kubikmeter Trinkwasser ein bis zwei Franken. Bei einem täglichen Verbrauch von mehr als 800 Kubikmetern müssten die Bauern bereits nach einem Tag draufzahlen.

Der Bauernverband fordert deshalb, dass die Wasserversorger den Bauern das zusätzlich benötigte Wasser zum Selbstkostenpreis abgeben. «Der Preis sollte nur noch die Selbstkosten der Gemeinden decken», sagte Geschäftsführer Ralf Bucher der az. Bereits im Trockensommer 2003 wurde diese Massnahme von einigen Gemeinden umgesetzt. (pi)