Wetter
Auf den Aargauer Strassen geht «fast nichts mehr»

Frau Holle sucht den Aargau wieder heim. Es schneit von Baden bis Aarau. Während die Kinder an der weissen Pracht ihre Freude haben, treibt der Schnee den Autofahrern tiefe Sorgenfalten ins Gesicht.

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Wie eine Leserin im Gespräch mit der az bestätigt, hatten mehrere Busse auf dem Weg zum Bahnhof Aarau grösste Mühe ihr Ziel überhaupt zu erreichen. Die Passagiere mussten sich im hinteren Teil des Busses aufhalten, damit das Gefährt den Berg hinaufkam.

Damit nicht genug: Einige Busse mussten laut Zeugenaussagen sogar umdrehen. Damit bewahrheitet sich das vorhergesagte Schneefall-Chaos auf den Aargauer Strassen.

Für einige Stunden fiel der Bus von Rohr nach Aarau komplett aus. Genauso wie am Bahnhof Baden: Hier geht nichts mehr, wie ein Leserreporter gegen 18:30 Uhr berichtet: «Was fehlt hier? Achja, die Postautos!».

Ein weiterer Augenzeuge meldet, dass auf der Aaretalstrasse in Richtung Zürich «gar nichts mehr geht». Auf der Strasse liege Schnee, die Fahrbahn sei extrem rutschig. «Dass kann Stunden dauern, bis ich zu Hause bin», sagt der Mann, der in Aarau arbeitet, aber in Zürich wohnt. Er rät Autofahrern - wenn möglich - auf die öffentlichen Verkehrmittel umzusteigen.

Die Aargauer Kantonspolizei zählte bis in die frühen Abendstunden bereits über 25 Verkehrsunfälle.

Flughäfen zu

Der Flughafen Genf-Cointrin bleibt bis mindestens Donnerstagmorgen 6 Uhr geschlossen. «Der Schnee fällt schneller, als man ihn räumen kann, wir sind am Anschlag unserer Kapazitäten», sagte Flughafensprecher Bertrand Stämpfli. Seit Dienstagabend fielen in Genf rund 70 Flüge aus.

Am Flughafen Zürich mussten wegen des Wintereinbruchs bis am Mittwoch 16 Uhr 33 Abflüge und 34 Ankünfte annulliert werden. Der Flughafen blieb aber geöffnet. Abfliegenden Passagieren wurde empfohlen, sich vorzeitig bei der Fluggesellschaft über ihren Flug zu informieren.

Hingegen schloss der Flughafen Basel-Mülhausen wegen des Schnees am Mittwoch um 15 Uhr seine Pisten. Um 16 Uhr bezifferte eine Sprecherin die Schneehöhe auf 10 Zentimeter - zu viel zum Wegräumen. Annulliert wurden zunächst 12 Flüge. Betroffen waren etwa Verbindungen nach München, Frankfurt und London.

Geschlossen wurde am Mittwoch auch der Flughafen Bern-Belp. Zwei Flüge seien annulliert worden, einer aus München und einer aus Paris, teilte die Flughafenbetreiberin Alpar mit.

Auch im Tessin schneite es heftig. Der Flughafen Lugano-Agno musste am Mittwochmorgen ebenfalls geschlossen werden.

Auch Bahnverkehr gestört

Die anhaltenden Schneefälle beeinträchtigten am Mittwoch auch den Bahnverkehr. Die Linie Lausanne-Genf war am Vormittag zeitweise unterbrochen. Grund war nach SBB-Angaben eine vom Winterwetter verursachte Weichenstörung.

Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee

Von Dienstagmittag bis Mittwochnachmittag fielen ganz im Westen der Schweiz lokal bis zu 40 Zentimeter Schnee. In Genf habe es seit dem 24. November 1965 nie mehr so stark an einem Stück geschneit, sagte Dean Gill von MeteoSchweiz. In den übrigen Gebieten fielen 10 bis 30 Zentimeter Neuschnee. (oba/muv/mik/sda)

Haben Sie Bilder vom Schnee-Chaos? Dann zögern Sie nicht, uns diese zu schicken! online@azmedien.ch oder unter der Rubrik Schnappschuss.