Asylunterkunft

Asylunterkünfte: Kirchen prüfen weitere Angebote

Asylbewerber in der Mensa des Asylempfangs- und Verfahrenszentrums in Chiasso (Symbolbild)

Asylbewerber in der Mensa des Asylempfangs- und Verfahrenszentrums in Chiasso (Symbolbild)

Nach Aarburg hat die Katholische Landeskirche zwei weitere Möglichkeiten für die Unterbringung von Asylbewerbern gefunden. Ernüchterung hingegen bei der Reformierten Landeskirche: Es bleibt vorläufig bei einer möglichen Unterkunft.

Nach einem Aufruf von Regierungsrätin Susanne Hochuli, worin sie die Kirchen um Mithilfe bei der Suche nach Unterkünften für Asylbewerber bat, vermeldeten die Aargauer Landeskirchen bald erste Erfolge. Die Römisch-Katholische Landeskirche fand eine erste Unterkunft in der «Villa Jugend» in Aarburg. Die Evangelisch-Reformierte Landeskirche gab Mitte Februar ebenfalls bekannt, eine geeignete Liegenschaft anbieten zu können.

Ernüchterndes Resultat

Leider blieb es dabei. «Bis auf eine einzige Kirchgemeinde gab es keine positiven Rückmeldungen», bestätigt Frank Worbs, Kommunikationsbeauftragter der Reformierten Aargauer Landeskirche und  fügt hinzu: «Ich bin selbst etwas ernüchtert von diesem Resultat.» Zwar gibt es in verschiedenen Kirchgemeinden leerstehende Liegenschaften, doch handelt es sich dabei entweder nicht um Wohnräume oder sie können nur kurzfristig zur Verfügung gestellt werden.

Bei der gefundenen Unterkunft handelt es sich laut Worbs um «zwei bis drei Wohnungen». Als Bewohner hätte man am liebsten Familien oder Mütter mit Kindern. Für erwachsene Gruppen eigne sich die Unterkunft in den Augen der Landeskirche weniger.

Standorte noch unbekannt

Mehr Erfolg hatte die Katholische Landeskirche. Sie hat inzwischen zwei weitere Angebote erhalten, wie Generalsekretär Marcel Notter auf Anfrage sagte. Das Echo bei den einzelnen Kirchenpflegen ist sehr gross. Er verspricht: «Wir versuchen weiterhin, den Kanton in dieser Sache zu unterstützen.»

«Es ist ein sehr emotionales Thema», bestätigt Marcel Notter. Wo sich die möglichen Unterkünfte befinden, behalten die Kirchen für sich, bis der Kanton überprüft hat. Damit soll verhindert werden, dass Kritik laut wird, bevor überhaupt klar ist, ob sich die Liegenschaften überhaupt für die Unterbringung von Asylbewerbern eigenen.

Tatsächlich hat der Gemeinderat von Aarburg bereits ein Protestschreiben an Regierungsrätin Hochuli geschickt. Er beschwerte sich dabei über die Vorgehensweise der Regierung und erinnerte die Vorsteherin des Amtes für Gesundheit und Soziales daran, dass Aarburg bereits zwei Asylbewerberunterkünfte beherbergt und einen Ausländeranteil von 40 Prozent hat.

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