Asyl
Asylbewerber begehen im Aargau immer mehr Delikte

Mit der ansteigenden Flüchtlingswelle aus Nordafrika steigt die Zahl der Delikte, die aufs Konto von Asylbewerbern gehen, auch im Kanton Aargau. Jeder fünftzehnte Kriminelle, der im Kanton gefasst wird, ist ein Asylbewerber.

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Asylbewerber in einer Unterkunft in Gland VD (Archiv)

Asylbewerber in einer Unterkunft in Gland VD (Archiv)

Keystone

Ladendiebstahl, aufgebrochene Autos und weitere Fälle von Kleinkriminalität: Die Zahl von Straftaten, die aufs Konto von Asylbewerbern gehen, steigt. Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau bestätigt den Befund. «Wir stellen fest, dass die Zahl der Delikte zunimmt», sagt Grasser. Konkrete Zahlen für 2011 liegen noch keine vor, die wird die Kapo erst im nächsten Frühjahr präsentieren. Der Befund «wird sich in der Statistik niederschlagen», so Graser.

Auffällig ist laut Graser, dass die Polizei vermehrte Kleinkriminelle aus Nordafrika erwischt. Es handelt sich dabei vorwiegend um Personen aus Tunesien, die aufgrund der politischen Unruhen in der Schweiz um Asyl nachgesucht haben.

Mehr Kontrollen

Die Polizei führt auch vermehrt Kontrollen in den Asylzentren des Kantons, etwa in Buchs, Oftringen und Holderbank, durch. Dabei stellt sie meist auch Drogen sicher. Alkoholprobleme führten immer öfter zu Schlägereien und Auseinandersetzungen in den Zentren, sagt Graser. Drei Unterkünfte (Torfeld 1 und 2 in Buchs, Oftringen) werden inzwischen mit Zutrittskontrolle durch die Securitas geführt.

Gleiches hatte in der vergangenen Woche bereits der Berner Sicherheitsdirektor Hans-Jürg Käser beklagt. Die Berner Polizei reagiert ähnlich wie die Aargauer: Sie kontrolliert die Asylzentren stärker und arbeitet vermehrt mit externen Sicherheitsfirmen wie der Sercuritas zusammmen.

In allen Kantonen gleich

Heute geht etwa jeder fünfzehnte Straftat aufs Konto von Asylbewerben. 2010 nahm die Kantonspolizei 402 Asylbewerber wegen eines Delikts fest, 40 mehr als ein Jahr zuvor. Total verzeichnet die Statistik 6500 Straftäter, 3134 davon stammen aus dem Ausland.

Die Entwicklung ist laut Graser keine Aargauer Spezialität. «Das gilt für alle Kantone und auch fürs Ausland.» (rsn)

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