Asyl
Aargau macht gute erste Erfahrungen mit der Integrationsagenda

Der Bund hat seine Integrationspausche für Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene auf 18 000 Franken verdreifacht. Dafür werden die Integrationsmassnahmen intensiviert.

Mathias Küng
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Um nicht von Sozialhilfe abhängig zu sein, sollen Flüchtlinge in die Arbeitswelt integriert werden. (Symbolbild)

Um nicht von Sozialhilfe abhängig zu sein, sollen Flüchtlinge in die Arbeitswelt integriert werden. (Symbolbild)

Dominik Wunderli

Viele Flüchtlinge in der Schweiz finden lange keine Arbeit und sind von der Sozialhilfe abhängig. Zur Förderung ihrer sprachlichen und sozialen Integration sowie der wirtschaftlichen Selbstständigkeit erhalten die Kantone deshalb vom Bund seit 1. Mai 2019 pro anerkannten Flüchtling und vorläufig aufgenommene Person einmalig eine Integrationspauschale von 18 000 Franken pro Person (vormals 6000 Franken). Diese wird bedarfsgerecht eingesetzt.

Die Intensivierung und Erweiterung der Integrationsmassnahmen ist augenscheinlich, sagt Sibel Karadas, Leiterin der Integrationsförderung im Amt für Migration und Integration beim Kanton. So war letztes Jahr die Anzahl Personen bei den 16- bis 25-Jährigen in Einstiegsmassnahmen zur Vorbereitung einer Berufsbildung mit 215 deutlich höher als die prognostizierten 150. Karadas führt dies darauf zurück, «dass dank der höheren Integrationspauschale auch Altfälle in den Gemeinden unterstützt werden konnten, deren Integrationsprozess unterbrochen worden war und die einen neuen Anlauf brauchten».

Angebote zur Erlangung der Arbeitsmarktfähigkeit werden gut genutzt

Auch bei den Angeboten zur Erlangung der Arbeitsmarktfähigkeit von 16 - 50 Jährigen machten mit 360 Personen mehr mit als erwartet (budgetiert waren 200). Gegenüber 2019 (160) hat sich diese Zahl sogar mehr als verdoppelt. Dazu liegen laut Karadas auch die Meldungen zum Arbeitsantritt von vorläufig Aufgenommenen und anerkannten Flüchtlingen im Jahr 2020 trotz Pandemie und Wirtschaftseinbruch in Branchen mit höheren Anstellungschancen für die Zielgruppe (wie die Gastronomie) mit 1 198 Stellenantritten noch im Prognosebereich.

Zur Umsetzung der Integrationsagenda hat sich der Kanton mit den Gemeinden auch IT-mässig vernetzt, man macht die Fallführung gemeinsam. Die Reaktionen der Gemeinden sind bisher sehr positiv, sagt Karadas. Das Ganze bedinge natürlich auch deutlich mehr Kursangebote und Fachsupport für die Gemeinden.

Corona bremst auch die Integrationsmassnahmen

Gebremst wurden sie allerdings – wie fast alle anderen auch – von Corona. Die hohe Anzahl Teilnehmender an Angeboten im 2020 darf laut Karadas nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Massnahmen zeit- und teilweise coronabedingt unterbrochen werden mussten.: «Dies wird vermutlich dazu führen, dass Massnahmen für bestehende Teilnehmende teils verlängert oder Neueintritte allenfalls mangels Kapazitäten verschoben werden müssen», so Karadas. Sie ist gespannt, was das geplante Monitoring des Bundes zur Wirkung der Integrationsagenda ergeben wird. Ob die deutlich verstärkten Bemühungen die Sozialhilfeabhängigkeit nachhaltig reduzieren?