Rund zehn bis zwölf Prozent von allen importierten Waren erreichen per Schiff über die Häfen in und rund um Basel die Schweiz. Der Aargauer SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht fragt sich jedoch schon lange, warum diese Ware nicht auf dem Rhein weiter bis in den Aargau transportiert werden kann. 

«Grundsätzlich ist die Situation so, dass wir ungelöste Infrastrukturprobleme im Raum Basel haben. Die Schienen und die Strassen sind verstopft und gemäss Staatsvertrag muss die Verschiffbarmachung auf dem Hochrein gewährleistet sein», wie Knecht gegenüber «TeleM1» sagt.

Er stellte diese Frage auch vor eineinhalb Jahren im Rahmen eines Vorstosses an den Bundesrat. Dieser machte aber erst gar keine genaue Kostenaufstellung, sondern verneinte den Nutzen einfach.

Weil aber Hansjörg Knecht seine Idee noch nicht beerdigen wollte, gab er bei der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) eine Studie in Auftrag. Man solle untersuchen, ob es sich volkswirtschaftlich lohnen würde, den Rhein auch von Basel bis Rekingen für den Gütertransport befahrbar zu machen.

Die Studie kommt zum Schluss: «Zurzeit wären die Investitionskosten viel höher als den Nutzen, den man von der Schiffbarmachung vom Rhein bis nach Rekingen erwarten könnte. Deshalb würde es sich zum heutigen Zeitpunkt nicht lohnen», hält Fabio Landolt, einer der fünf Studenten, die an der an der Studie gearbeitet haben, gegenüber «TeleM1» fest. Man wisse aber nicht, wie sich das Güterwachstum in den nächsten 20 Jahren verändert.

Im Bericht wird mit Kosten von 960 Millionen Franken gerechnet. Diesen Investitionen würden Einsparungen von 157 Millionen bis 367 Millionen Franken gegenüberstehen.

Hinzu komme, dass sich der Kanton Aargau deutlich gegen eine Schiffbarmachung ausspreche. Auch von Seiten des Naturschutzes müsste mit massivem Widerstand gerechnet werden.

Ganz abschreiben will Hansjörg Knecht seine Idee aber trotzdem nicht. Für ihn ist klar: «Eine ganz wichtige Erkenntnis ist bei der Studie auch herausgekommen. Es gäbe eine kostengünstige Alternative für einen Hafen im Raum Kaiseragst Rheinfelden.» Ob so ein Hafen jedoch jemals Realität wird, ist sehr ungewiss. (tr/sda)