Vergangene Woche wurde nach einer Untersuchung des Genfersees bekannt, dass mit dem Abwasser aus Spitälern und Siedlungen vermehrt antibiotikaresistente Keime in den See gelangten. Die Urheber der Studie und Spezialisten für Abwasserreinigung vermuten, dass die Problematik in Aargauer Gewässern ähnlich sein könnte.

Die Untersuchung des Abwassers und des Seewassers auf solche Keime ist die erste ihrer Art. Zuvor wurden in diesem Umfang noch keine derartigen Tests gemacht.

Keime auch im Aargau vermutet

Helmut Buergmann vom Wasserforschungs-Institut Eawag vermutet, dass die Problematik auch im Aargau vorhanden ist. Die Abwasserrohre und die Kläranlagen scheinen die antibiotikaresistenten Keime, gemäss den Untersuchungen, problemlos zu überstehen. Sind sie dann einmal in einem See oder einem Fluss angekommen geben sie ihre Gene an die restlichen Bakterien weiter - diese werden dann ebenfalls multiresistent. «Gelangen diese Keime dann beim Schwimmen in den Körper könnten sie durchaus zum Problem werden.»

Jörg Kaufmann, Spezialist für Abwasserreinigung und Siedlungsentwässerung im Aargau erklärt, dass derartige Keime im gesamten Einzugsgebiet der Kläranlagen entstehen können da Antibiotika in allen Haushalten verwendet würden. Speziell anfällig seien aber die Abwasser aus Spitälern und Altersheimen. Obwohl er auch im Aargau eine mögliche Konzentration dieser Keime vermutet, hat der Bund bisher noch keine Untersuchungen angeordnet, sagt Kaufmann. (kgh)