Amtliche Verfügung
Alkoholkranker Apotheker per sofort suspendiert

Das Departement Gesundheit und Soziales hat einem Apotheker die Bewilligung entzogen. Er trank nicht nur zuviel, sondern bewahrte auch noch Waffen auf.

Thomas Röthlin
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Apotheke

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Keystone

Das kommt nicht alle Tage vor: Das kantonale Departement Gesundheit und Soziales hat diese Woche einem Aargauer Apotheker verfügt, dass er ab sofort nicht mehr praktizieren darf. Das weiss diese Zeitung von zwei voneinander unabhängigen Quellen.

Die Apotheke, die in einem westlichen Bezirk des Kantons liegt, musste jedoch nicht geschlossen werden. Ein Stellvertreter hat die Verantwortung übernommen, eine definitive personelle Ersatzlösung wird angestrebt. Das aargauische Gesundheitsgesetz sieht diese Möglichkeit vor. Der Weiterbetrieb ist also gewährleistet.

Der suspendierte Apotheker ist alkoholkrank und hat sich jetzt in medizinische Behandlung begeben. Zudem hat er in seiner Geschäfts- und Wohnliegenschaft illegal eine Waffe aufbewahrt, die er in der Zwischenzeit allerdings abgegeben haben soll.

Sicherheit hat oberste Priorität

Zwei Tatsachen, «die mit seiner Vertrauensstellung nicht vereinbar sind», wie es im Gesundheitsgesetz heisst. Nur wer als Apotheker «vertrauenswürdig ist sowie physisch und psychisch Gewähr für eine einwandfreie Berufsausübung bietet», hat Anspruch auf eine Berufsausübungsbewilligung. Ansonsten kann ihm diese Bewilligung entzogen werden. Die Sicherheit der Patienten hat oberste Priorität.

Der Vizepräsident des Aargauischen Apothekerverbandes, Philip Wyss, bestätigt, dass der Verband im aktuellen Fall personelle Hilfe geleistet hat. Es handle sich dabei aber um eine «absolute Ausnahmesituation». «Die Apotheken sind untereinander sehr solidarisch», sagt Wyss. «Wir kämpfen miteinander und sind miteinander da für den Kunden.»