Anfangs April wurden der Kantonspolizei Aargau erstmals Autos gemeldet, bei denen eingebrochen und der Airbag entfernt wurde. Seither sind es an die 40 gemeldete Fälle, allein im Aargau. «Das ist ein neues Phänomen. Ich habe zuvor noch nie davon gehört. Neben dem Aargau habe ich auch Kenntnis von Airbag-Diebstählen in den Kantonen Zürich, Luzern und Bern», führt Roland Pfister, Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei, aus.

Er fügt an, dass vor allem bei teuren Autos die Airbags entwendet wurden. Diesen Fakt kann Markus Peter, Leiter Automobiltechnik des Autogewerbeverbandes, bestätigen: «Es werden sicher mehr Airbags aus Wagen aus dem Premiumsegment gestohlen. Der Airbag alleine hat vielleicht einen Wert von 1000 Franken.» Aber wieso gerade Airbags aus BMWs und Mercedes?

Teure Wagen sind beliebte Ziele

Sowohl Pfister als auch Peter gehen davon aus, dass die Diebe aus Osteuropa kommen und die Airbags in ihre Heimatländer exportieren. Dort werden diese in Unfallautos eingebaut. Im Ausland sind diese Arbeiten viel günstiger als in der Schweiz. Und reparierte Autos können viel einfacher wieder als «neu» verkauft werden.

Mit einem «neuen» Mercedes oder Audi kann mehr verdient werden als mit einem Wagen tieferer Klasse. Darum gehen die Diebe vor allem auf teurere Wagen los. Zudem kann nicht jeder Airbag in ein x-beliebiges Auto eingebaut werden. Die Marke muss übereinstimmen.

Mit dem Schraubenzieher

Doch wie schwierig ist es denn, so einen Airbag auszubauen? «Das ist kein Problem», sagt Peter. «Wenn einer weiss, was er tut, braucht er beim Lenkrad gerade mal knapp zehn Sekunden.» Als Werkzeug reicht ein einfacher Schraubenzieher. «Wenn man einen anderen Airbag ausbauen möchte, würde das einiges länger dauern. Darum konzentrieren sich die Diebe auf die Fahrerairbags», erläutert Peter.

Das passt auch ins Bild, das Pfister von den Dieben hat: «Wir haben noch keine Hinweise, die auf die Täter hinweisen. Wir wissen aber, dass sie vornehmlich in der Nacht zuschlagen. Das bedeutet aber, dass sie während des Tages wohl die Garagen auskundschaften». Daher sollten immer alle Garagen verschlossen und verdächtige Person sofort der Kantonspolizei gemeldet werden.