AEW Energie AG
Der Aargauer Energieversorger steigert das Unternehmensergebnis trotz Corona

Die AEW Energie AG konnte im Geschäftsjahr 2020 trotz Einschränkungen durch die Pandemie ein gutes Resultat erzielen. Das Unternehmen, das zu 100 Prozent dem Kanton gehört, will diesem 27,8 Millionen Franken Gewinn ausschütten.

Mathias Küng
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Die AEW Energie AG hat ihren Sitz in Aarau

Die AEW Energie AG hat ihren Sitz in Aarau

Severin Bigler

Die AEW Energie AG konnte im Geschäftsjahr 2020 trotz Einschränkungen durch die Pandemie ein gutes Resultat erzielen, wie Verwaltungsratspräsident Raffael Schubiger und CEO Hubert Zimmermann heute Morgen an einer Medienorientierung mitteilten.. Das operative Betriebsergebnis (EBIT) erreichte 57 Millionen Franken (Vorjahr 65,1) und die EBIT-Marge lag mit 13,5 Prozent erneut über dem Vorjahresniveau (12,8). Das Unternehmensergebnis belief sich auf 68,0 Millionen Franken (Vorjahr 65,8).

Unternehmensergebnis weiter gesteigert

Die AEW Energie AG hat im vergangenen Geschäftsjahr die Gesamtleistung und das Unternehmensergebnis gegenüber dem Vorjahr weiter gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 57,0 Mio. Franken (Vorjahr 65,1 in 15 Monaten, bzw. normalisiert 52,1 Mio.) leicht über dem Vorjahr. Das sehr gute Finanzergebnis trug laut AEW insbesondere dank Kursgewinnen aus Wertschriften und nicht konsolidierten Beteiligungen (Portfoliobereinigung) mit 21,3 Mio. Franken (Vorjahr 12,5) zum Unternehmensergebnis nach Steuern von 68 Mio. Franken bei (Vorjahr 65,8).

Geschäftsjahr umfasste einmalig 15 Monate

Zu berücksichtigen ist, dass die AEW das Geschäftsjahr auf das Kalenderjahr umgestellt hat und das Geschäftsjahr 2018/19 dadurch einmalig 15 Monate umfasste.

«Die AEW war nicht so stark von der Pandemie betroffen und kann trotz der damit verbundenen Umstellung der Arbeitsweise und viel Zusatzarbeit auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Wir werden unseren ambitiösen Pfad weiterverfolgen, das heisst möglichst viel in erneuerbare Energie investieren, die Dekarbonisierung konsequent vorantreiben und auch an neuen Produkten und Dienstleistungen arbeiten» sagte Verwaltungsratspräsident Raffael Schubiger an der Medienorientierung, die mit Sicherheitsmassnahmen physisch durchgeführt wurde.

Im Durchschnitt knapp 13 Minuten ohne Strom

Der Netzabsatz ist im Kalenderjahr 2020 leicht auf 4211 Mio. kWh gesunken (Vorjahr 4266 Mio. kWh). Die Versorgungsqualität konnte laut AEW «weiterhin auf einem hohen Niveau gehalten werden». Die Kunden blieben im Durchschnitt knapp 13 Minuten pro Jahr ohne Strom infolge Störung oder geplanter Ausschaltung. Der durchschnittliche Vergleichswert der Schweiz (2019) lag bei 19 Minuten.

Höhere Investitionen als im Vorjahr

Trotz der besonderen Umstände konnte ein Investitionsvolumen von 107,7 Mio. Franken (Vorjahr 76,7) in Sach- und immaterielle Anlagen realisiert werden. Darunter fallen Investitionen ins elektrische Netz, in Wärmeverbunde, in die Produktion von Wasserkraft und Photovoltaik, aber auch in die Digitalisierung – etwa Smartgrid- und Smartmeter-Projekte und nicht zuletzt auch Cyber-Security-Projekte, die die AEW erfolgreich habe umsetzen können.

12 weitere Photovoltaikanlagen in Planung

39'000 Kunden nutzten Naturstromprodukte der AEW (+ 20% gegenüber Vorjahr). Das eigene Photovoltaik-Portfolio wurde massiv ausgebaut. 14 neue Solarstromanlagen mit einer Gesamtspitzenleistung von 4,4 Megawatt wurden in Betrieb genommen. Damit verfügt die AEW per Ende 2020 über 52 Photovoltaikanlagen mit einer Summenspitzenleistung von rund 11 Megawatt. Für 2021 sind bereits weitere zwölf Anlagen mit einer Spitzenleistung von 5 Megawatt in Planung.

Mit dem Thema E-Mobilität sei die AEW weiter auf Erfolgskurs, wurde an der Medienorientierung weiter gesagt: Am 20. Oktober 2020 hat die AEW in Aarau im Rahmen der 30. Schweizer Solarpreisverleihung die neue mobile Ladestation «Energy to go» für Elektrofahrzeuge vorgestellt. Der von ihr entwickelte Ladeanhänger verbindet drei Zukunftstechnologien in einem: die Erzeugung elektrischer Energie mittels Photovoltaik, die Speicherung dieser Energie sowie die Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge zur emissionsfreien Fortbewegung. Die mobile Ladestation ist in das evpass-Netz integriert, das schweizweit grösste öffentliche Ladenetz, an dem die AEW zu 33 % beteiligt ist.

Mit dem Gesamtsystem AEW myHome ist die AEW seit drei Jahren am Markt. Dabei werden die Komponenten Wärmepumpe, Solaranlage, Batteriespeicher und Ladestation für das E-Auto mit einer smarten Steuerung, dem Kernstück des Systems, modular zu einer Komplettlösung integriert. Die AEW hat bereits über 100 Gesamtlösungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern realisiert.

Über 25 Jahre Wärme bei der AEW

Anfang der Neunzigerjahre eröffnete die AEW mit dem Bau neuer Wärmeverbunde ein neues, innovatives Geschäftsfeld. Der erste Wärmeverbund wurde im Oktober 1994 in Möhlin in Betrieb genommen. Er erzeugt bis heute mittels Holzschnitzelheizung CO2-neutrale Wärme. Mit über 25 Jahren Erfahrung als Dienstleisterin im Bereich der Wärme- und Kälteversorgung plant, baut, betreibt und unterhält die AEW inzwischen 80 Wärme- und Kälteanlagen. Die überwiegend auf Basis erneuerbarer Energien betriebenen Wärmeverbunde reduzieren den CO2-Ausstoss um rund 43'000 Tonnen pro Jahr, was einen erheblichen Beitrag an die Klimaziele des Bundes darstellt.

Bedeutende Leistungen an öffentliche Hand

Die direkten Leistungen an die öffentliche Hand (Kanton und Gemeinden im Aargau) in Form von Dividenden, Steuern, Konzessions-, Wasserrechts- und Heimfallverzichtsentschädigungen sowie Holz und Gebühren belaufen sich laut AEW auf 69,4 Mio. Franken (Vorjahr CHF 34,2 ). Der Generalversammlung wird eine Dividendenausschüttung von 27,8 Mio. Franken (Vorjahr CHF 29,6) beantragt.