Neuer Kandidat für einen Nationalpark ist das Locarnese. Das BAFU gab dem Gesuch des Kantons Tessin für globale Finanzhilfen zur Errichtung des "Parco nazionale del Locarnese" statt.

Das Projekt kann damit auf Antrag das Kandidaturlabel verwenden und sich an Vermarktungsmassnahmen etwa von Schweiz Tourismus beteiligen. Neben dem Locarnese ist der Parc Adula der Kantone Graubünden und Tessin Nationalparkkandidat

Die acht Gesuche für regionale Naturpärke und Finanzhilfen für deren Betrieb hiess das BAFU gut und verlieh ihnen das Parklabel. Allerdings gibt es teilweise Auflagen.

Auch der Naturpark Thunersee-Hohgant erhielt das Label. Dort steht jedoch die Zustimmung der Bevölkerung und der Eintrag im kantonalen Richtplan aus.

18 Prozent der Schweiz Parkfläche

Die sieben anderen neuen Pärke liegen im Binntal VS, auf dem Chasseral BE/NE, im Diemtigtal BE, auf dem Gantrisch BE/FR, in Ela GR, in Gruyère Pays-d'Enhaut VD/FR sowie nördlich von Aarau (Jurapark).

Somit gibt es in der Schweiz 12 Pärke von nationaler Bedeutung, sieben in Errichtung sowie den Nationalpark im Engadin. Deren Gesamtfläche entspricht 18 Prozent der Landesfläche. Mehr als die Hälfte der eingereichten Projekte ist in Betrieb.

Die aktuellen Labelvergaben erfolgten in der vierten Eingaberunde. Für die Pärke und Parkkandidaten stehen dem BAFU 2011 9,5 Millionen und ab 2012 jährlich 10 Millionen Franken zur Verfügung. Die Leistungen der Pärke handelt das Bundesamt mit ihnen aus und schliesst Programmvereinbarungen ab.

Das Netzwerk Schweizer Pärke freut sich über die Labelerteilung. Allerdings würden Finanzsorgen die Pärke plagen. Die vom Parlament bewilligten Mittel von 10 Millionen Franken im Jahr deckten nur knapp ein Drittel des ordentlichen Aufwands. Weitere Bundesmittel sollten möglichst bald gesprochen werden.