Umfahrung Mellingen
Abstimmungsverlierer überlegen sich rechtliche Schritte gegen das Volks-Ja

Gestern gratulierten die Umfahrungsgegner den Befürwortern noch fair zum Abstimmungssieg. Ob sie das klare Ja des Stimmvolkes akzeptieren werden, ist allerdngs noch immer offfen. Pro Natura schliesst rechtliche Schritte nicht aus.

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Fotomontage Umfahrung Mellingen

Fotomontage Umfahrung Mellingen

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Ein Dorn im Auge ist den Vertretern von Pro Natura vor allem der zweite Abschnitt des Umfahrungsprojekts. Entschieden ist aber noch nichts. Man werde sich am Mittwoch zu einer Sitzung treffen, ekrlärte Johannes Jenny, Geschäftsleiter der Pro Natura Aargau, gegenüber Radio Argovia.

Gestern schlugen die Abstimmungsverlierer noch versöhnlich Töne an. Als der Ausgang der Abstimmung über die Umfahrung Mellingen gestern klar war, liessen sie vor dem Restaurant Mühle in Wohlenschwil Luftballone steigen. «Wir mussten mit einer Niederlage rechnen», sagte Charles Sigrist, Präsident des Vereins Bye Bye Abschnitt 2. Er habe aber gedacht das Resultat würde knapper und sei darum «ein bisschen enttäuscht». Auch Micha Siegrist, Geschäftsführer VCS Aargau, zeigte sich enttäuscht: «Wir haben alles gegeben, die Koalition war so breit wie nie. Aber: Es ist immer schwer, eine Behördenvorlage zu kippen.»

«Minimale Forderungen einbringen»

Der erste Ärger über die Schlussresultate war eben erst am Abklingen, da entschieden die Umfahrungsgegner, den Abstimmungssiegern einen Spontanbesuch abzustatten. Angeführt von Pro-Natura-Geschäftsführer Johannes Jenny ging die Fahrt zum Restaurant Löwen nach Mellingen. Jenny zeigte sich überzeugt, dass der Abschnitt 2 abgelehnt worden wäre, wenn man über ihn separat abgestimmt hätte.

Droht jetzt ein juristisches Nachspiel? Pro Natura werde sicher nicht gegen den Abschnitt 1 vorgehen, so Jenny. Auch beim Abschnitt 2 wäre eine gemeinsame Lösung zur Verbesserung des Projekts vorzuziehen. Falls der jetzige Entscheid aber übergeordnetes Recht tangieren sollte, wäre das entsprechend zu überprüfen. Bei Pro Natura trifft man sich am Mittwoch, um das «Wie weiter?» zu besprechen. «Wir werden versuchen, minimale Forderungen einzubringen», erklärte Charles Sigrist von Bye Bye Abschnitt 2 zum «Wie weiter?». (spi/rsn)