Abstimmung
Die Jungen müpfen auf: Aargauer Jungfreisinnige starten Kampagne für Trinkwasserinitiative

Die Jungpartei der FDP sagt Ja zur Trinkwasserinitiative und trifft einen Nerv. Noch nie sei die Resonanz auf eine Kampagne so gross gewesen, sagen sie.

Eva Berger
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Pro-Kampagne zur Trinkwasserinitiative der Jungfreisinnigen Aargau. Martin Mennet (links) und Benjamin Riva (rechts).

Pro-Kampagne zur Trinkwasserinitiative der Jungfreisinnigen Aargau. Martin Mennet (links) und Benjamin Riva (rechts).

Zvg

Die Freisinnigen sind sich bei der Trinkwasserinitiative nicht einig. An der Delegiertenversammlung der FDP Schweiz wollten im März über 40 Prozent die Ja-Parole fassen, darunter viele Vertreterinnen und Vertreter der Jungfreisinnigen. Diese haben ihre Unterstützung der Initiative schon früh beschlossen, auch die Aargauer Sektion.

Letzte Woche hat sie ihre Kampagne gestartet. «Die Jungfreisinnigen Aargau setzen einen Gegenpunkt zur wenig liberalen Haltung der FDP Schweiz», schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Die nationale Parole bilde lediglich einen Teil der Parteibasis ab, den anderen wollen die Jungfreisinnigen mit ihrer Kampagne vertreten.

Keine Verbote, liberales Anliegen

Die Trinkwasserinitiative sei ein liberales Anliegen, findet die Jungpartei der FDP, es sei für sie also nur logisch, sie zu unterstützen. Bei Annahme der Initiative würden Bauern nur noch dann Subventionen erhalten, wenn sie in der Produktion keine Pflanzenschutzmittel einsetzen. Parteivizepräsident Martin Mennet benennt den liberalen Aspekt:

«Wir sagen, wer staatliche Gelder beziehen will, soll sich mindestens an Umweltstandards halten. Aber es steht jedem frei, ob er das tun will oder nicht.»

Verbote sieht die Initiative keine vor. Anders die Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide», die gleichentags zur Abstimmung kommt. Diese lehnen auch die Jungfreisinnigen ab, zur dritten Umweltvorlage vom 13. Juni, dem CO2-Gesetz, haben sie Stimmfreigabe beschlossen. Die FDP Schweiz befürwortet das Gesetz.

Kein typisches FDP-Anliegen

Die FDP-Jugend ist nicht für Rebellion bekannt, sie stellt sich aber mit dem Ja zur Trinkwasserinitiative bewusst gegen die Mutterpartei, wie sie in der Medienmitteilung schreibt. Und das bei einem Umweltthema, wo die jungen Linken den Ton angeben. «Die Trinkwasserinitiative ist nicht unbedingt ein typisches FDP-Anliegen», bestätigt Martin Mennet, «aber wir sind vom Ja überzeugt, das Anliegen ist uns sehr wichtig.»

Martin Mennet, Vizepräsident Jungfreisinnige Aargau.

Martin Mennet, Vizepräsident Jungfreisinnige Aargau.

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Auf die Grüne Welle springt die Partei zwar nicht auf, was ihr Nein zur Pestizidinitiative zeigt. Umwelt- und Klimaschutz seien aber drängende Problemfelder, die sehr breit unterstützt würden – und auch Liberale beschäftigen. Zumindest sei die Resonanz auf die eben erst angelaufene Kampagne enorm, sagt Martin Mennet. «Noch nie hatten wir auf Social Media so viele Rückmeldungen wegen eines Abstimmungskampfs, das Echo ist extrem viel grösser als je zuvor.» Die Trinkwasserinitiative beschäftige die Bevölkerung offenbar stark, Befürworter wie Gegner.

Parolen der FDP Aargau stehen noch aus

Die FDP Aargau fasst die Parolen erst an ihrem Parteitag vom 11. Mai. Die Jungfreisinnigen werden mit möglichst vielen Mitgliedern an der Versammlung teilnehmen, kündet Martin Mennet an. Ob sie es schaffen, die FDP vom Ja zu überzeugen, mag der Parteivize nicht abschätzen. «Es wird extrem spannend», sagt er. Die Jungfreisinnigen seien zwar gut aufgestellt und haben, etwa mit Nationalrat Matthias Jauslin oder Grossrat Yannick Berner, starken Rückhalt. «Aber auch die Gegner sind sehr stark.»