Trockenheit
Aargauer Wasserkraftwerke nur noch auf Teillast

Die prekären Wasserstände in den Flüssen machen den Aargauer Wasserkraftwerken zu schaffen. Teilweise musste die Produktion zurückgefahren werden. Ein Schwimmbad kann deshalb bereits nicht mehr geheizt werden.

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Die Trockenheit macht den Aargauer Wasserkraftwerken zu schaffen. Die Flüsse führen zu wenig Wasser – wie hier am Wasserschloss in Gebenstorf.

Die Trockenheit macht den Aargauer Wasserkraftwerken zu schaffen. Die Flüsse führen zu wenig Wasser – wie hier am Wasserschloss in Gebenstorf.

S. Hartmann

Im Oktober 1969 führte die Aare bei Brugg gerade mal noch 93,4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das war der örtlich tiefste je gemessene Wert seit Messbeginn 1935.

Heute Nachmittag führte die Aare noch 116,5 Kubikmeter pro Sekunde. Auch der Rhein bei Rheinfelden hat derzeit mit 523 Kubikmeter pro Sekunde äusserst wenig Wasser. Dort stammt der Rekord aus dem Jahre 1962 mit 315 m3/s. In der Reuss bei Mellingen viel der Wert in den letzten 24 Stunden gar um über 10 Prozent auf 64,9 m3/s.

Will heissen: Es braucht nicht mehr viel, dann werden die tiefsten je gemessenen Werte im Aargau unterboten. Selbst im Jahrhundertsommer führten die Flüsse aufgrund der Gletscher und dem Schnee aus den Bergen mehr Wasser. «Die Wasserstände sind heuer äusserst tief», bestätigt Urs Egloff vom Umwelt-Departement gegenüber der az.

Wasserkraftwerke komplett abstellen undenkbar

Diese prekäre Situation schlägt sich folglich auf die insgesamt nicht weniger als 26 Wasserkraftwerke im Aargau aus: Einzelne Werke mussten die Produktion um bis zu 50 Prozent zurückfahren, weil die Flüsse schlicht zu wenig Wasser führen.

Das schlägt sich bereits konkret auf Einrichtungen aus: Das Schwimmbad Auenstein etwa muss vorübergehend auf eine Erwärmung der Bäder verzichten. Aufgrund der geringen Auslastung kann nicht mehr geheizt werden. Die noch zur Verfügung stehende Energie muss anderweitig eingesetzt werden.

Dass ein Wasserkraftwerk jedoch komplett abgeschaltet werden muss, ist derzeit undenkbar. «Die Kraftwerke laufen auf Teillast auch noch bei rund 25 Kubikmeter pro Sekunde Wasser», sagt Egloff weiter.

Erholung in Sicht – nur wie viel?

Trotzdem ist die Lage nicht beruhigend. Laut Meteorologen ist zwar für die kommenden Tage Regen in Sicht. Jedoch müsste es über Tage hinweg durchregnen, um einen optimalen Wasserstand zu erreichen. Deshalb ist auch für den Kanton klar: «Die aktuelle Situation in den Flüssen wird sich trotz prognostiziertem Regen derzeit kaum wesentlich verändern», so Egloff. (sha)